Montag, 30. März 2015

Aktionärskreis Berlin und Paris finden Balance bei EADS

Eurofighter: Beim Luft- und Raumfahrtkonzern EADS geht es immer auch um politischen Einfluss

Die politische Balance bei EADS könnte gewahrt bleiben. Deutschland will Frankreich offenbar ein Aktienpaket abnehmen. EADS-Großaktionär Daimler wiederum könnte seine Anteile dann direkt am Markt verkaufen.

Berlin - Deutschland will einem Zeitungsbericht zufolge im Zuge der anstehenden Änderungen im Aktionärskreis des Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS direkt Aktien vom französischen Staat kaufen.

Beide Regierungen hätten sich auf ein Modell verständigt, nach dem nunmehr die deutsche Staatsbank KfW ein Aktienpaket von 3 Prozent von Frankreich übernehmen soll, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf deutsche Regierungskreise.

Damit würde Frankreich seinen Anteil auf 12 Prozent reduzieren. Die Bundesregierung habe der KfW bereits einen entsprechenden Auftrag erteilt. Zusätzlich würde der Bund 7,5 Prozent kaufen, die derzeit bei einer vorwiegend deutschen Investorengruppe (Dedalus) liegen, heißt es weiter.

Eine Folge dieses neuen Modells wäre, dass der Bund nur noch etwa 1,5 Prozent vom deutschen EADS-Großaktionär Daimler Börsen-Chart zeigen erwerben würde. Daimler will schon seit längerem die Hälfte seiner 15-prozentigen Kapitalbeteiligung an EADS Börsen-Chart zeigen verkaufen und verhandelt seit Monaten mit dem Bund über eine solche Transaktion. Wenn der Bund dem Autokonzern weniger Aktien abkaufen würde, könnte Daimler ein größeres Paket frei am Markt verkaufen.

Vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass Deutschland und Frankreich inzwischen darüber diskutierten, künftig jeweils 12 Prozent an EADS zu halten. Damit bliebe die deutsch-französische Balance im Aktionärskreis erhalten.

Derzeit ist der französische Staat mit 15 Prozent an der Airbus-Mutter beteiligt, während der deutsche Staat - abgesehen von einem Splitteranteil bei der KfW - noch nicht im Aktionärskreis sitzt. Insgesamt halten deutsche und französische Großaktionäre derzeit 22,5 Prozent an EADS, gut 5 Prozent liegen beim spanischen Staat.

rei/rtr

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