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22.11.2012
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Geldanlage
Flucht ins Parkhaus

Von Christoph Rottwilm

Milliardenumsatz: Der europäische Parkplatzmarkt
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DPA

Eine sichere Anlage und ein stabiler Cash-Flow - beides steht bei Anlegern zurzeit hoch im Kurs. Eine neue, exotische Kapitalanlage will beides bieten: das Investment in Parkhäuser. Nebenbei könnte sogar noch Schutz vor Inflation drin sein.

Hamburg - "Für Anleger ist das ein gutes Beteiligungsangebot", sagt Bernhard Dames, Chefanalyst der Agentur Scope in Berlin. "Mietverträge mit einer Restlaufzeit von mehr als 40 Jahren sorgen für Sicherheit, die Streuung über mehrere Objekte führt zu einer Diversifikation, die das Anlagerisiko senkt."

Dames spricht von einem Novum am deutschen Fondsmarkt: Einem Investment in Parkhäuser. Das niederländische Emissionshaus Bouwfonds hat die Offerte auf den deutschen Kapitalanlagemarkt gebracht. 36 Millionen Euro Eigenkapital will Bouwfonds, Tochter der niederländischen Rabo Real Estate Group, die wiederum eine Sparte der Rabobank ist, bei Privatleuten einsammeln. Das Geld fließt - zusammen mit Bankkrediten über rund 25 Millionen Euro - in insgesamt sechs Parkhäuser in den Niederlanden. Die Einnahmen des Fonds entstehen aus der Vermietung der Häuser sowie deren abschließendem Verkauf an Investoren.

Die Bouwfonds-Anleger investieren damit in einen Markt, den die Kapitalanlagebranche hierzulande bislang weitgehend unbeachtet ließ. "Wir haben schon 2005 unseren ersten Fonds dieser Art für institutionelle Investoren aufgelegt", erläutert Roman Menzel, Vertriebsleiter bei Bouwfonds, der bereits weitere Publikumsfonds plant. "Wer solche Kapitalanlageofferten machen will , muss sich allerdings zunächst in das Parkhausgeschäft einarbeiten, was nicht von heute auf morgen geht." Zudem, so Menzel, gibt es ein Beschaffungsproblem. "Parkhäuser werden nur wenige zum Kauf angeboten."

Dabei handelt es sich um einen gigantischen Markt (siehe Kasten links). Allein in Westeuropa stecken bereits Investitionen mit einem Volumen von insgesamt 1,6 Billionen Euro im Parkraum für Pkw, schätzt die Firma Q-Park. Das Unternehmen zählt zu den größten Parkhausbetreibern Europas, ist Marktführer in den Niederlanden und fungiert im Fonds von Bouwfonds als Mieter.

Das Parkhausumfeld entscheidet

Wer im Geschäft mit Parkplätzen erfolgreich sein will, muss allerdings einige Feinheiten beachten. Zwar gilt der Markt als Wachstumssegment, denn die Zahl der Pkw in den westeuropäischen Ländern steigt seit Jahren. Doch ein Parkhaus ist keineswegs so einträglich wie das andere. Noch mehr als bei anderen Immobilien ist vielmehr die Lage entscheidend. Schließlich fährt niemand mit dem Auto in eine Gegend, nur um dort zu parken.

Erforderlich ist vielmehr ein Umfeld, das die Leute anzieht - und zwar möglichst rund um die Uhr und unabhängig vom wirtschaftlichen Auf und Ab oder sonstigen Einflüssen.

Als attraktiv gelten beispielsweise Parkhäuser an Krankenhäusern. Solche an Flughäfen dagegen haben sich in der Vergangenheit mitunter als konjunktursensibel erwiesen.

Die Parkhäuser indes, in die der Fonds von Bouwfonds investiert, befinden sich in den Zentren oder an Einkaufszentren von sechs größeren niederländischen Städten mit weitreichendem Einzugsgebiet. Grundsätzlich gilt: Die City-Nähe kann lukrativ sein, schon wegen der allgemeinen Knappheit an Parkraum. Nicht immer werden dort jedoch Tag und Nacht beziehungsweise spätabends Umsätze erzielt, was die Rendite in die Höhe treiben würde.

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Diekmanns Parkuhren

Eine Geldanlage des Versicherungskonzerns Allianz wurde inzwischen zu einer Art Running Gag in den Medien: das Investment in die Parkuhren der US-Metropole Chicago. Kaum ein Artikel über die Kapitalanlagepolitik von Europas größtem Versicherer, in dem die Parkuhren nicht erwähnt würden. Dabei ist deren Anteil am gesamten Kapitalstock der Allianz in Wahrheit verschwindend gering.

Gemeinsam mit einem Konsortium von Investoren erwarb die Allianz vor einigen Jahren die Parkuhren Chicagos. Das Investitionsvolumen betrug 1,2 Milliarden US-Dollar. Der Anteil der Allianz daran lag bei 25 Prozent, also 300 Millionen Dollar, teilt das Unternehmen auf Anfrage mit. Das sind zurzeit etwa 236 Millionen Euro.

Zum Vergleich: Die gesamten verwalteten Anlagen der Allianz Gruppe stiegen zum Ende des dritten Quartals 2012 um 14,8 Prozent auf ein Rekordniveau von 1,8 Billionen Euro. Die darin enthaltenen für Dritte verwalteten Anlagen erhöhten sich nach Angaben des Unternehmens auf 1,4 Billionen Euro.

Das Parkuhreninvestment in Chicago, das eine Laufzeit von 75 Jahren hat, macht also - grob gerechnet - kaum mehr als 0,1 Promille der gesamten Investments der Allianz aus (inklusive Fremdanlagen). Bezogen auf die konzerneigenen Anlagen in Höhe von rund 400 Milliarden Euro sind es etwa 0,6 Promille.

Über die Rendite möchte sich die Allianz auf Anfrage nicht äußern. Der "Süddeutschen Zeitung" sagte Allianz-Chef Michael Diekmann jedoch vor einigen Jahren, die Verzinsung liege "zwischen 7 und 10 Prozent".

Es sei "ein ideales Investment", sagte Diekmann. Weitere Parkuhren hat die Allianz allerdings bis heute nicht erworben.









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