Samstag, 30. Mai 2015

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Nahost Israel bombardiert Hamas-Regierungsgebäude

Attacke auf die Hamas: Israel bombardiert Gebäude des Hamas-Regierungschefs Hanijeh

Neue Stufe der Gewalt im Israel-Palästine-Konflikt: Israels Militär hat das Regierungsgebäude der Hamas bombardiert. Damit attackierte Israel direkt den Hamas-Regierungschef Ismail Hanijeh. Israel rüstet sich jetzt offenbar auch für einen Einmarsch in Gaza.

Israelische Kampfflieger haben am Samstag das Regierungsgebäude der Hamas in Gaza bombardiert. Darunter befanden sich nach Angaben des israelischen Militärs das Büro des Ministerpräsidenten Ismail Hanijeh, das Innenministerium und ein Gebäudekomplex der Polizei. Vollständig zerstört wurde in den frühen Morgenstunden das dreistöckige Haus eines Hamas-Funktionärs.

Rettungskräften zufolge wurden mindestens 30 Menschen aus den Trümmern gezogen. Ein Sprecher der israelischen Armee sagte, nach einer relativ ruhigen Nacht sei das Raketenfeuer in Richtung Israel wieder stärker geworden. Die Angriffe seien aber immer noch geringer als an den vorangegangenen drei Tagen

Nach Hamas-Angaben wurden seit Beginn der israelischen Luftattacken im Gazastreifen 38 Palästinenser getötet, die Hälfte davon Zivilisten, darunter acht Kinder und eine schwangere Frau. Auf israelischer Seite starben am Donnerstag drei Zivilisten durch eine Rakete.

Trotz der anhaltenden Gewalt traf am Samstagmorgen der tunesische Außenminister in dem von der radikal-islamischen Hamas regierten Gazastreifen ein, um die Solidarität der arabischen Welt zu demonstrieren. Er wollte später Verwundete in einem Krankenhaus besuchen.

Panzer und Panzerhaubitzen aufgefahren

Im Konflikt mit der Hamas bereitet sich Israel auf eine mögliche Bodenoffensive vor. Dafür will Verteidigungsminister Ehud Barak statt 16.000 nun bis zu 75.000 Reservisten zu den Waffen rufen, wie aus politischen Kreisen verlautete. Nahe der Grenze zum Gazastreifen waren am Freitag Panzer und Panzerhaubitzen aufgefahren. Die israelische Armee sperrte drei Straßen für den zivilen Verkehr, die zu dem Küstenstreifen führen oder an ihn grenzen.

US-Präsident Barack Obama setzte sich in erneuten Telefonaten mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Ägyptens Präsident Mohamed Mursi für eine Deeskalation in der Gaza-Krise ein. Der ägyptische Ministerpräsident Kandil hatte am Freitag gesagt, sein Land sei zur Vermittlung bereit, um eine Waffenruhe auszuhandeln.

kst/rtr

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