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07.11.2012
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Konservative Milliardäre
Obamas Wahlsieg ist der Super-Gau für Old Money

Von Nils-Viktor Sorge

Sie sammelten Hunderte Millionen Dollar für Mitt Romney. Einige drohten sogar Mitarbeitern, die Obama wählen wollten. Doch für Amerikas konservativ gesinnte Milliardäre aus Industrie, Finanz- und Immobilienwirtschaft endet die Spendenorgie im Desaster.

Schlechter Verlierer: Donald Trump hätte Obama gerne aus dem Amt getrieben
REUTERS

Schlechter Verlierer: Donald Trump hätte Obama gerne aus dem Amt getrieben

Hamburg - Kurz nach der Wahl hat sich Immobilienmogul Donald Trump bereits als schlechter Verlierer erwiesen. "Diese Wahl ist eine Schande", schrieb der Milliardär via Twitter. "Wir sollten nach Washington marschieren und diese Travestie beenden." Die Wahl Obamas sei eine "abscheuliche Ungerechtigkeit".

So wenig souverän die Wortwahl ist, so verständlich ist Trumps Ärger. Er ist nur einer aus einer Reihe rechter US-Milliardäre, für die die Wahl im Desaster endet. Hunderte Millionen Dollar hatten sie aufgeboten, um den Machtwechsel mit unzähligen Anti-Obama-Spots zu erzwingen. Doch nun leckt Old Money die Wunden.

Dabei hatte sich Amerikas Geldadel von Mitt Romney so viel versprochen: Geringere Umweltschutzauflagen, niedrigere Steuern, weniger Rechte für Verbraucher, eine schwache Regulierung für Banken und Hedgefonds. Auch die Homo-Ehe ist vielen ein Dorn im Auge.

Erneut kein kurzer Draht ins Weiße Haus

Nicht zuletzt setzten die Unternehmer darauf, endlich wieder einen kurzen Draht ins Weiße Haus zu bekommen, wie es noch unter George W. Bush der Fall war. Oft hatten die Großspender ganz konkrete, persönliche Anliegen. Dazu gehörte ein Wunsch des Chefs des Sportschuhhersteller New Balance, Jim Davies: US-Soldaten sollten künftig nur noch einen Zuschuss für Sportschuhe bekommen, die in den USA hergestellt wurden - wie die New-Balance-Modelle.

Die Superreichen waren zuletzt bereits nervös geworden. So wussten sich die Koch-Brüder nicht mehr anders zu helfen, als ihren Mitarbeitern zu drohen. Wenn Obama die Wahl gewinne, würden sie "unter den Konsequenzen leiden", schrieben die Eigentümer des nach ihnen benannten Öl- und Chemie-Imperiums an ihre Beschäftigten. Immobilien-Mogul David Siegel schüchterte seine Leute ebenfalls ein. Er stellte ihnen Kündigungen in Aussicht, falls Obama gewinne.

Offiziell sammelte Romney insgesamt Wahlspenden in Höhe von 881 Millionen Dollar zusammen (Obama: 934 Millionen). Ein Großteil des Geldes kam von finanziell potenten Einzelspendern. Charles und David Koch allein wollten laut dem Magazin "Politico" 400 Millionen Dollar für Romney auftreiben. Das Geld haben sie nun verbrannt.

Eines indes ist Beobachtern der US-Wirtschaft klar: An den Rand des Abgrundes geraten nach dem Obama-Sieg weder die Milliardäre noch ihre Firmen. Für die meisten ist die Romney-Niederlage eher eine tiefe persönliche Kränkung: Sie haben gelernt, dass sie sich für Geld eben doch nicht alles kaufen können.

manager magazin Online zeigt, wer nun besonders leidet.

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