Donnerstag, 5. März 2015

Korruptionsaffäre Putin feuert Verteidigungsminister

Russlands Premier Putin: Der neue Verteidigungsminister Sergej Schoigu wird als Putins Allzweckwaffe bezeichnet

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow entlassen. Putin zog damit die Konsequenz aus der Korruptionsaffäre bei einer Tochterfirma des Verteidigungsministeriums.

Moskau - Nach Berichten über eine Immobilienbetrugsaffäre hat Kremlchef Wladimir Putin den russischen Verteidigungsminister Anatoli Serdjukow mit sofortiger Wirkung entlassen. Putin ernannte den bisherigen Moskauer Gebietsgouverneur Sergej Schoigu zum Nachfolger. Der Wechsel stärkt nach Ansicht von Experten die militärischen Hardliner.

Einflussreiche Armeeoffiziere hatten dem früheren Chef der Steuerbehörde Serdjukow (50) stets vorgeworfen, als Zivilist keine Ahnung vom Militär einer Weltmacht zu haben. Die Streitmacht des Riesenreichs befindet sich in der größten Reform ihrer Geschichte.

Mit der "persönlichen Entscheidung von Putin" werde auch der Weg freigemacht für eine Untersuchung von Betrugsvorwürfen gegen ein Tochterunternehmen des Verteidigungsministeriums, sagte Putins Sprecher Dmitri Peskow. Die Firma Oboronservice soll unter anderem mit Immobiliendeals fast 80 Millionen Euro zur Seite geschafft haben.

An der Spitze des Ministeriums sollte eine Person stehen, die "alle positiven Ansätze" fortsetze, sagte Putin bei einem Treffen mit Schoigu (57). "Sie sind ein erfahrener und denkender Mensch. Sie sind ein Militärmensch", unterstrich er. Medien hatten den früheren Zivilschutzminister wiederholt als Putins Allzweckwaffe bezeichnet.

mg/dpa-afx

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