Freitag, 19. Oktober 2018

Sturmgebiet "Sandy" Obama ordnet Benzinlieferungen an

"No Gas!" New York leidet derzeit unter Versorgungsengpässen

Amerika bekommt die Verwüstungen durch den Riesensturm "Sandy" nicht schnell aus der Welt geräumt. Noch immer fehlt es in manchen Gegenden am Nötigsten. Jetzt hat US-Präsident Obama Benzinlieferungen in die Sturmgebiete angeordnet - und Amerikas Promis spenden für Sturmopfer.

Washington - Die Bilder von New Yorker ohne Strom gingen um die Welt, jene von Verzweifelten, die auf ihre zerstörten Besitz in New Jersey schauen ebenfalls. Amerika leidet heftig unter den Zerstörungen, die der Wirbelsturm "Sandy" an der US-Ostküste angerichtet hat. Kein Strom, kein Wasser und jetzt wird auch das Benzin knapp. US-Präsident Barack Obama greift nun zu härteren Mitteln, um Notfälle zu lindern.

Obama hat jetzt Benzinlieferungen in die von Sturm "Sandy" heimgesuchten Katastrophengebiete angeordnet. Das Verteidigungsministerium wurde angewiesen, gut 80 Millionen Liter an bleifreiem Benzin und Diesel aufzukaufen und auszuliefern, wie aus einer Mitteilung der US-Behörde für Katastrophenmanagement (FEMA) vom Freitagabend hervorgeht.

In Teilen der besonders hart von "Sandy" betroffenen Gebieten New Jersey und New York ist das Benzin extrem knapp geworden. Tankstellen haben entweder keinen Strom zum Betreiben ihrer Pumpen, oder sie sind ausverkauft. Am Freitag hatte es vielerorts kilometerlange Schlangen vor Zapfsäulen gegeben.

Der Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, ordnete dem Sender CNN zufolge mittlerweile eine Benzinrationierung an. Sie solle am Samstagmittag (Ortszeit) in Kraft treten und orientiere sich an den geraden oder ungeraden Endziffern auf den Autonummernschildern.

Angesichts der prekären Lage steigt die Hilfsbereitschaft der Amerikaner für einander. Vielfach wird für Sturmopfer gespendet. Stars wie Jon Bon Jovi, Christina Aguilera und Bruce Springsteen Spenden für die Menschen in den betroffenen Gebieten an der US-Ostküste gesammelt. Bei einem einstündigen TV-Benefizkonzert baten zahlreiche Prominente, die größtenteils selbst aus der betroffenen Region stammen, um Geld für die Opfer von "Sandy".

Unterdessen wurde am Freitag der weltberühmte New York Marathon abgesagt. Wegen der gravierenden Folgen des Wirbelsturms für die Millionenmetropole werde das Sportereignis mit 47 000 Läufern am Sonntag nicht wie geplant stattfinden, sagte Bürgermeister Michael Bloomberg.

Die Verantwortlichen der US-Metropole und die Organisatoren des Rennens beugten sich damit der Kritik der vergangenen Tage. Sie hatten zunächst trotz der Folgen von "Sandy" am Start des Traditionslaufes festhalten wollen.

Einige U-Bahnen in New York fahren unterdessen bereits wieder, aber nicht nach Süd-Manhattan und nicht zwischen den Stadtteilen. Wer von Manhattan nach Brooklyn oder Queens will, muss in den Bus umsteigen, der über eine der Brücken fährt. Doch auch die nach einem abgespeckten Fahrplan fahrenden Busse sind hoffnungslos überfüllt, an manchen Haltestellen warteten Hunderte Menschen. Geringer Trost: Die Nutzung des Nahverkehrs ist nach wie vor kostenlos.

Die Zahl der Toten nach dem Wirbelsturm "Sandy" ist nach Angaben des US-Senders CNN auf 106 gestiegen. Allein in der Stadt New York seien mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Und die Suche nach Vermissten geht weiter.

Nach Schätzungen der Bundesbehörden verursachte "Sandy" im Osten der USA einen Gesamtschaden von 20 Milliarden Dollar. Der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat ging sogar von einem volkswirtschaftlichen Schaden zwischen 30 und 50 Milliarden Dollar aus. Der Gouverneur des Bundesstaates New York, Andrew Cuomo, bezifferte in einem Brief an Präsident Barack Obama die Schäden für die Millionenmetropole am Hudson auf insgesamt sechs Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro).

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