Freitag, 31. März 2017

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Der Börsenstar wackelt Geht die Apple-Blütezeit zu Ende?

Apple-Logo: "Es sieht so aus, als ob dieses ikonische Unternehmen seine Blütezeit hinter sich hat", meint Hedgefondsmanager Doug Kass

Zweistellige Kursverluste binnen fünf Wochen, zwei Topmanager nach Pannen gefeuert: Die Apple-Erfolgsstory bekommt Risse. Konzernchef Tim Cook steht vor der schwersten Aufgabe seiner Amtszeit: Er muss dafür sorgen, dass die Wachstumsstory weitergeht - und hält noch zwei Trümpfe auf der Hand.

Neue Quartalszahlen, neue Rekordergebnisse, neue Fragezeichen: So liest sich Apples Geschäftsbilanz für den Dreimonatszeitraum Juli bis September. 8,2 Milliarden Dollar Gewinn, und doch trennen sich Anleger von dem Papier.

Bis auf 592 Dollar stürzte die Apple-Aktie am Mittwoch zeitweise ab. Damit notiert die Aktie, die Mitte September noch die Marke von 700 US-Dollar geknackt hatte, auf dem tiefsten Stand seit drei Monaten.

Damit schließt sich ein Kreis: Wieder Quartalszahlen, wieder sind Anleger und Analysten enttäuscht. Zum zweiten Mal in Folge hat Apple nicht das gehalten, was die Wall Street erwartet hatte. Zum dritten Mal in nur fünf Quartalen unter Tim Cook als neuem CEO hat Apple nun schon die Konsensschätzungen unterboten - dafür brauchte Steve Jobs immerhin 14 Jahre. Und zum dritten Mal in Folge sind Apples Gewinne schwächer ausgefallen als im Vorquartal.

Mitten in den Stunden vor dem Aufprallen des Tropensturms Sandy dann die nächste Hiobsbotschaft. Nach Handelsschluss an der Wall Street gab Apple die Entlassung von zwei Topmanagern bekannt: iOS-Chef Scott Forstall, für manche ein "Mini-Steve Jobs" und ein veritabler Anwärter auf den CEO-Posten in der Zukunft, und der Chef der Apple Stores, John Browett, müssen den Apple Campus an der Infinite Loop 1 verlassen - beide unfreiwillig.

Brutale Produktpanne

Während Browett über sein rigides Streben nach Profitmaximierung stolperte, das sich in der Reduzierung der Arbeitzeiten der Store-Angestellten äußerte, wurde Forstall die wohl brutalste Produktpanne der jüngeren Unternehmensgeschichte zum Verhängnis - das Desaster um den total gefloppten eigenen Kartendienst Maps.

Auch das extrem selbstbewusste Auftreten des 43-Jährigen galt als nicht sehr hilfreich. Apple-CEO Tim Cook griff kurzerhand durch, um einen Machtkampf zu verhindern.

"Apples letzte Monate waren nicht gerade die besten", meint Fortune-Reporter und Buch-Autor ("Inside Apple") Adam Lashinsky. "Kleine Fehler, die in der Isolation gemacht wurden, haben sich gehäuft. Das Unternehmen muss sich jetzt zusammen reißen. Tim Cooks Flitterwochen sind definitiv vorbei", so Lashinsky.

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