Autoindustriemanager magazin RSS  - Autoindustrie

Alle Artikel und Hintergründe


30.10.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Automobilindustrie
In Europa schlägt die Stunde der Sanierer

Von Wilfried Eckl-Dorna

Autoproduktion bei Opel: Offenbar bereitet Opel einen größeren Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen vor
AP

Autoproduktion bei Opel: Offenbar bereitet Opel einen größeren Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen vor

Europas kriselnde Autohersteller kämpfen gegen den Absatzschwund: Peugeot und Ford schließen Werke, Fiat kappt Investitionen. Bei Opel will der Betriebsrat heute Details zu den Sanierungsplänen bekanntgeben. Wer welche Schritte plant - und wer sie verantwortet.

Opel: Sanierer-Trio mit Salamitaktik

Mitte der 1990er-Jahre verkaufte Opel noch mehr Fahrzeuge in Westeuropa als Volkswagen - doch die Zeiten sind vorbei. Während Volkswagen dank sprudelnder Verkäufe außerhalb Europas Milliardengewinne schreibt, steckt die General-Motors-Tochter Opel tief in den roten Zahlen. In den letzten zehn Jahren hat Opel seiner Konzernmutter einen Verlust von 14 Milliarden Dollar eingebrockt - kein Wunder, dass die Amerikaner mit ihrer Europatochter alles andere als zufrieden sind.

Seit ihrem Wiedererstarken nach der Blitzinsolvenz im Jahr 2009 erhöht die Opel-Mutter General Motors (GM) Chart zeigen den Druck auf Opel. In den vergangenen zwei Jahren haben zwei Opel-Chefs aufgeben müssen, vor wenigen Monaten hat GM auch die wichtigsten Vorstandsposten seiner kränkelnden Tochter neu besetzt. Nun gibt es ein Sanierer-Trio, das Opel wieder fit machen soll.

Statthalter der Amerikaner ist der GM-Oberstratege Stephen Girsky, der als Chef des Opel-Aufsichtsrats und Boss von GM Europa fungiert. Der gebürtige New Yorker hat jahrzehntelang als Analyst an der Wall Street gearbeitet, bevor er die Seiten wechselte. Zuerst beriet er große Autokonzerne, seit drei Jahren ist er im Vorstand des US-Autoriesen tätig. (ein ausführliches Porträt lesen Sie hier)

Opel-Chef Thomas Sedran war vor seinem Engagement in Rüsselsheim als Unternehmensberater tätig. Sein früherer Arbeitgeber Alix Partners gilt als Sanierungsspezialist, und Sedran hat Opel jahrelang zu möglichen Kostensenkungen beraten. Operative Erfahrung bei einem Automobilhersteller kann Sedran allerdings nicht vorweisen.

Ein weiterer Vorstand mit Sanierungserfahrung ist seit Juli an Bord: Der neue Finanzchef Michael Lohscheller war vor seinem Wechsel für die Finanzen des US-Geschäfts von Volkswagen verantwortlich - und hat dabei einen erfolgreichen Turnaround eingeleitet.

Die großen Pläne, die Opel auf den Pfad der Profitabilität zurückführen sollen, sind bislang nur in Schemen erkennbar. Die Detroiter Zentrale hat in den vergangenen zwei Jahren für einige Milliarden neue Modelle spendiert. Autos wie der Klein-SUV Mokka oder der Stadtflitzer Adam sind so entstanden und erhalten durchaus gute Kritiken. Die Zusammenarbeit mit dem französischen Autohersteller PSA Peugeot Citroën bei Logistik, Einkauf und der Entwicklung neuer Modelle soll Kosten senken. Seit Monaten prüft Opel, ob in den europäischen Werken auch künftig Modelle der GM-Marke Chevrolet vom Band rollen könnten.

Ob Opel sein Werk in Bochum wie befürchtet ab 2016 schließt, wird sich in den zwei bis drei Monaten weisen. Laut jüngsten Meldungen bereitet Opel offenbar einen größeren Personalabbau vor - allerdings ohne betriebsbedingte Kündigungen. Derzeit verhandelt die Opel-Führung mit der IG Metall und dem Opel-Betriebsrat über ein Zukunftskonzept für alle europäischen Standorte. Doch die Sanierer stehen nun unter Zugzwang, seit der Konkurrent Ford die Schließung von drei Werken in Europa angekündigt hat.

Zur Startseite
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • LinkedIn
  • Tumblr
  • deli.cio.us
  • Pinterest

Weitere Artikel zu Diesem Thema

BMW muss Angaben für den Mini korrigieren
Wer in Amerika beim Spritverbrauch trickst, zahlt Kunden Millionen
Volkswagen-Konzern
Warum Winterkorn bei VW jetzt viel Geduld braucht
Angriff von Apple und Google
"Die Autobauer müssen sich verbünden - ihnen bleibt keine andere Wahl"
Pläne für Ferrari-Abspaltung
Marchionnes feuerrote Kurspflege für Fiat-Chrysler

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH





Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?