Samstag, 29. Juli 2017

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Deutschland Euro-Rettung treibt Staatsschulden auf 2,2 Billionen

Deutschlands Abstieg: Staatsverschuldung steigt auf nicht mehr vorstellbare Größen

Milliarden für die Banken, Milliarden für Europa: Die Staatsverschuldung der Bundesrepublik wird nach Expertenmeinung bis Jahresende 83 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung erreichen. Mit gigantischen 2,2 Billionen Euro steht Deutschland dann in der Kreide - so viel wie nie zuvor.

Düsseldorf - Deutschland wird Ende diesen Jahres 2,2 Billionen Euro Staatsschulden aufgetürmt haben. Der Finanzexperte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Jens Boysen-Hogrefe, sagte dem Düsseldorfer "Handelsblatt" laut Vorabbericht, damit werde die Schuldenquote 83 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen. Das wäre der höchste je in Deutschland ermittelte Wert. Laut Maastricht-Vertrag sind EU-weit eigentlich nur Schuldenquoten von bis zu 60 Prozent zulässig.

Wesentlicher Grund für den Anstieg der Staatsschuld sei laut IfW die Abwicklung der WestLB, die ihr Portfolio in eine staatlich abgesicherte Bad Bank eingebracht hat, schrieb die Zeitung. Zudem trieben die Einzahlungen Deutschlands in den Euro-Rettungsschirm ESM sowie die zusätzlichen Einlagen in die Europäische Investitionsbank und weitere Garantien des temporären Rettungsschirms EFSF an Euro-Krisenstaaten den deutschen Schuldenberg in die Höhe.

Schon im vergangenen Jahr war die öffentliche Schuld in Deutschland leicht gestiegen. Zum Jahresende 2011 waren Bund, Länder, Gemeinden und die gesetzlichen Sozialversicherungen einschließlich aller Extrahaushalte mit 2,0254 Billionen Euro verschuldet. Das teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden auf Basis der nun vorliegenden endgültigen Ergebnisse mit. Dies entsprach rechnerisch einer Schuldenlast von 24.771 Euro je Einwohner. Im Vergleich zum Jahresende 2010 stiegen die Schulden des öffentlichen Gesamthaushaltes um 0,7 Prozent.

Der Bund konnte seinen Schuldenberg im konjunkturellen Aufschwungjahr 2011 zwar um 0,6 Prozent senken, er bleibt aber mit 1279,6 Milliarden Euro mit Abstand am höchsten. Sieben Bundesländer reduzierten ihren Schuldenstand. Den deutlichsten Rückgang verzeichnete mit 10,0 Prozent oder 1,0 Milliarde Euro der Freistaat Sachsen. In neun Ländern wuchsen die Schulden. Hier hatte Hessen prozentual mit 7,3 Prozent oder 3,8 Milliarden Euro den höchsten Anstieg. Die größte absolute Steigerung von 8,6 Milliarden Euro (+ 3,9 Prozent) gab es in Nordrhein-Westfalen.

kst/apd/rtr

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