Montag, 19. Februar 2018

Olympia in London Sicherheitskosten verschlingen Milliarden

Das Velodrom in London im November 2010: Rund 10.000 Soldaten sollen die Olympischen Sommerspiele beschützen - mehr, als derzeit in Afghanistan stationiert sind
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Das Velodrom in London im November 2010: Rund 10.000 Soldaten sollen die Olympischen Sommerspiele beschützen - mehr, als derzeit in Afghanistan stationiert sind

Kosten in Höhe von 2,4 Milliarden Pfund hatte London 2005 bei der Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele veranschlagt. Schon jetzt haben sich die Ausgaben offiziell vervierfacht. Und britischen Abgeordneten zufolge ist dies sogar noch schön gerechnet. 

London - Britische Parlamentarier haben den Olympia-Machern von London 2012 schwere Planungsfehler und Verschwendung von Steuergeldern vorgeworfen. Die Olympischen Spiele werden dem Bericht der Abgeordneten zufolge deutlich teurer, als die Organisatoren zugeben. Die offiziell genannten Kosten von 9,3 Milliarden Pfund (11,1 Milliarden Euro) würden schon jetzt um zwei Milliarden Pfund (2,4 Milliarden Euro) überschritten, heißt es in dem Report.

Das Organisationskomitee LOCOG habe die Kosten für den Ankauf des Olympiaparks im Londoner Stadtteil Stratford für 788 Millionen Pfund (941 Millionen Euro) herausgerechnet. Auch Kosten in Höhe von 826 Millionen Pfund (987 Millionen Euro) für Sonderprojekte, etwa zum Wecken von Sportbegeisterung im Land, seien nicht berücksichtigt. Bei der Olympia-Bewerbung 2005 hatte London Gesamtkosten von 2,4 Milliarden Pfund (2,87 Milliarden Euro) kalkuliert.

Hauptgrund für das Schönrechnen seien die immens gestiegenen Sicherheitskosten. Die Zahl der Sicherheitsleute, die die Spiele schützen sollen, hat sich von den geplanten 10.000 auf 23.000 mehr als verdoppelt. "Das LOCOG ist Opfer eines schlechten Vertrages mit der Sicherheitsfirma G4S", sagte die Vorsitzende des Parlamentsausschusses für Ausgabenüberwachung, Margaret Hodge.

Unter anderem hatte die US-Regierung moniert, die Spiele seien nicht ausreichend gegen Terroranschläge geschützt. Großbritannien beorderte daraufhin auch mehr als 10.000 Soldaten zum Schutz der Spiele - mehr als in Afghanistan Dienst tun.

mg/dpa

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