USAmanager magazin RSS  - USA

Alle Artikel und Hintergründe


20.01.2012
Twitter GooglePlus Facebook

Kim Schmitz festgenommen
US-Justiz schließt Mega-Upload

Megaupload: Der Millionär und sein Fuhrpark
Fotos
DPA

Auf dem Höhepunkt des Streits über eine Verschärfung des Urheberrechts hat die US-Justiz den Datenaustauschdienst Mega-Upload geschlossen. Mehrere Betreiber der Plattform wurden festgenommen, unter anderem der Deutsche Kim Schmitz. Netzaktivisten legten daraufhin Webseiten der Behörden lahm.

New York/Wellington - Die US-Behörden haben eine Onlineplattform stillgelegt, bei der offenbar illegal kopierte Daten ausgetauscht werden konnten. Zudem wurden mehrere Betreiber festgenommen, unter anderem drei Deutsche, von denen einer der Hacker und Internetunternehmer Kim Schmitz ist.

Netzaktivisten aus dem Umkreis der Anonymous-Bewegung reagierten mit Attacken auf Webseiten der US-Bundeskriminalpolizei FBI, des US-Justizministeriums und der Musikindustrie. Die Eskalation folgte nur einen Tag nach einer massiven Protestkampagne von Netzaktivisten gegen eine Verschärfung des Urheberrechts in den USA.

Die US-Behörden werfen der jetzt stillgelegten Plattform Mega-Upload massive Urheberrechtsverletzungen vor. Das FBI veranlasste in Neuseeland die Festnahme von drei Deutschen und eines Niederländers. Den Beschuldigten drohen jeweils fünf bis 20 Jahre Haft. In Coateville nördlich von Auckland durchsuchten 70 Beamte ein Anwesen der Betreiber von Mega-Upload. Dort wurden nach Angaben der Polizei Wertgegenstände und Geld im Wert von sechs Millionen neuseeländischen Dollar (etwa 3,7 Millionen Euro) sichergestellt. Darunter waren ein Rolls Royce Phantom sowie mehrere Gemälde.

Kim Schmitz lebte zuletzt in Hongkong und Neuseeland

Bodyguards hätten den Beamten am frühen Morgen zunächst den Zutritt zu dem Anwesen verwehrt, teilte die Polizei mit. Auf den Gelände seien zwei Gewehre sichergestellt worden. Der zuständige Richter des Bezirks North Shore lehnte eine Freilassung der Festgenommenen gegen Kaution ab. Die vier sollen am kommenden Montag erneut vor Gericht erscheinen.

Sieben Verdächtige wurden angeklagt, darunter auch mehrere deutsche Staatsbürger. Der Gründer von Mega-Upload ist der aus Deutschland stammende Kim Schmitz, der seinen Namen in Kim Dotcom geändert hat und "auch als Kim Tim Jim Vestor bekannt ist", wie das US-Justizministerium mitteilte. Der 37-Jährige mit deutscher und finnischer Staatsbürgerschaft lebte demnach zuletzt in Hongkong und Neuseeland.

Nach der Razzia überzogen Hacker die Webauftritte von FBI und Justizministerium mit Distributed-Denial-of-Service-Attacken. Dabei werden die Webserver mit Unmengen von sinnlosen Datenanfragen überfluten und lahmgelegt. Die Webseiten waren daraufhin mehrere Stunden nicht mehr erreichbar. Auf Twitter bezeichneten Anonymous-Aktivisten die Angriffe als Rache für den Schlag gegen Mega-Upload. Ebenfalls angegriffen wurden die Webseiten des amerikanischen Musikindustrieverbandes RIAA und des Musikmarktführers Universal Music Group.

IT-Giganten protestieren gegen US-Gesetzespläne

Bei Mega-Upload konnten Daten aller Art hochgeladen werden. Nach den Vorwürfen der US-Behörden waren darunter auch in großem Stil illegal kopierte Musik, Filme, Fernsehprogramme und digitale Bücher. Den Vorwürfen zufolge geschah dies mit Wissen der Betreiber. Mega-Upload habe mehr als 175 Millionen Dollar illegalen Gewinn gemacht und den rechtmäßigen Eigentümern der Inhalte einen Schaden von deutlich über einer halben Milliarde Dollar zugefügt, erklärte das Justizministerium. Ein weiterer Vorwurf lautet auf Geldwäsche.

Mega-Upload hatte in der Vergangenheit immer wieder Vorwürfe zurückgewiesen, das Angebot diene vor allem dem illegalen Austausch von geschützten Inhalten. Rechteinhaber hätten die Möglichkeit, Verstöße gegen das Urheberrecht zu melden und die fraglichen Dateien löschen zu lassen.

Das Urheberrecht im Netz ist gerade ein heiß diskutiertes Thema in den USA. Erst am Mittwoch gab es eine große Internetprotestaktion gegen neue Gesetzespläne, die unter anderem die Sperrung von Webseiten erlauben sollen. Kritiker dieser Pläne warnen, dass damit eine Zensurinfrastruktur geschaffen werde, die auch in anderen Fällen zum Einsatz kommen könnte. Aus Protest war unter anderem das englischsprachige Onlinelexikon Wikipedia einen Tag lang nicht erreichbar.

mg/dpa

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Weitere Artikel zu Diesem Thema

Defekte Zündschlösser bei GM
Warum US-Anwälte auch Continental verklagen
Lobby-Ausgaben
Google setzt auf Macht der Lobbyisten
US-Promi-Gehälter
Larry Ellison verdient 160mal so viel wie Barack Obama
Zündschlösser
Rückrufe belasten General-Motors-Bilanz

© manager magazin online 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH



Hintergründe, Artikel, Fakten

finden Sie auf den Themenseiten zu ...










Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service
Ihr persönliches DepotDepot
Twitter-FeedsTwitter-Feeds
manager magazin mobilmm mobil
Partnerangebote
Seminarmarkt: Tanken Sie Karrierewissen Seminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug? GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Handytarife: Finden Sie den passenden Tarif Handytarife:
Finden Sie den passenden Tarif