Dienstag, 28. März 2017

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Kampf gegen Schulden Portugal trimmt Arbeitsmarkt auf Wettbewerb

Schwierige Lage: Portugals Bürger in verfahrener Situation

Portugal macht ernst: Die Regierung reformiert den Arbeitsmarkt, schafft Feiertage ab, kürzt Stütze für Erwerbslose. All das gil als wichtiger Schritt im Kampf gegen die Schuldenkrise. Die größte Gewerkschaft des Landes allerdings hat den Pakt abgelehnt - und macht nicht mit.

Lissabon - Portugal kämpft gegen die Schuldenkrise: Die hat Regierung mit Unternehmerverbänden und kleineren Gewerkschaften ein Abkommen über tiefgreifende Arbeitsmarktreformen unterzeichnet. Die erzielte Vereinbarung sei "ehrgeiziger, innovativer und kühner" als die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Reformziele, sagte der liberal-konservative Ministerpräsident Pedro Passos Coelho am Mittwoch nach der Unterzeichnungszeremonie in Lissabon. Passos sprach von einem "historischen Tag" für das ärmste Land Westeuropas.

Der größte Gewerkschaftsdachverband des Landes, der rund 800.000 Mitglieder starke CGTP, unterzeichnete das Abkommen allerdings nicht. Die angestrebten Reformen stellten "eine Rückkehr zum Feudalismus" dar, klagte der Verband. Das Abkommen, das unter anderem Entlassungen erleichtert, drei Feiertage abschafft, das Arbeitslosengeld, Zahlungen für Überstunden und Abfindungen kürzt und auch die Höchsturlaubsdauer von 25 auf 22 Tage pro Jahr reduziert, wurde auch von der Opposition als sozial ungerecht zurückgewiesen.

Als Gegenleistung für das 78 Milliarden Euro schwere Hilfspaket der Europäischen Union (EU) und des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat sich Portugal verpflichtet, das Haushaltsdefizit rasch zu senken.

ssu/dpa

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