Montag, 18. Februar 2019

Apotheken in Griechenland Medikamente nur noch gegen Bargeld

Apotheke in Griechenland: Medikamente nur noch gegen Bargeld

Das Alltagsleben in Griechenland wird immer schwieriger: Die Apotheken geben Medikamente derzeit nur noch gegen Bargeld aus. Rezepte werden nicht mehr akzeptiert, weil die staatlichen Krankenkassen ihre Schulden nicht bezahlen.

Athen - Ohne Euro funktioniert in Griechenland nicht einmal mehr die medizinische Versorgung. Seit mehr als zehn Tagen akzeptieren die griechischen Apotheken keine Rezepte mehr - Medikamente geben die Pharmazeuten nur noch gegen Bargeld aus.

Der Grund: Die staatlichen Krankenkassen sind klamm und haben ihre Schulden bei den Apothekern seit Monaten nicht mehr bezahlt. Patienten müssen das Geld vorstrecken und mit der Quittung zur Krankenkasse gehen, um es zurückzubekommen. Das kann aber Monate dauern, in vielen Fällen sogar bis zu einem Jahr.

"Wir bekommen schon ein Bild dessen, was uns bevorsteht, wenn wir endgültig pleitegehen", sagt der Angestellte eines Pharmaunternehmens. Apotheker sprechen von einem Teufelskreis: Auch sie bekommen Medikamente nur noch gegen Bargeld vom Großhandel. Der wiederum muss selbst mit Bargeld zahlen, um die Arzneimittel von der Pharmaindustrie zu bekommen.

Mittlerweile sind vor allem Medikamente gegen Bluthochdruck in Teilen von Athen knapp geworden. Rentner mit geringem Einkommen müssen sich sogar Geld leihen, um ihre Medizin zu bezahlen. Der Bargeldzwang soll mindestens bis diesen Freitag dauern. Dann wollen die Apotheker neu entscheiden, wie es im Streit um die Schulden der Krankenkassen weitergeht.

nck/dpa

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