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11.01.2012
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Hochsee-Windenergie
Deutscher Schleichstart in die Energiewende

Offshore-Windpark: Flaute beim Aufbau
Getty Images

Offshore-Windpark: Flaute beim Aufbau

Zehntausend Windräder sollen Deutschland künftig mit Strom versorgen, nur 27 sind bisher in Betrieb. Bei der großen Energievision der Bundesregierung klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Dabei wurde die Förderung des Offshore-Stroms gerade kürzlich erhöht.

Berlin - Es sollte ein Turbostart werden, doch der Aufbruch ins Zeitalter des Offshore-Winds ist eher ein Schleichstart. Das zeigen folgende Zahlen zur Windkraft auf dem Meer:

  • 10.000 Windräder sollen im deutschen Gebiet der Nord- und Ostsee bis 2030 gebaut werden - bislang stehen davon gerade mal 27.
  • 25.000 Megawatt Leistung sollen die Hochsee-Windparks künftig bringen - bislang sind es 135 Megawatt.

Gezogen hat diese enttäuschende Bilanz Klaus-Dieter Scheurle, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Für die Regierung sind die Zahlen bitter, denn die Offshore-Windenergie ist ein zentraler Baustein der deutschen Energiewende. Parallel zum Atomausstieg sollen rasch riesige Parks errichtet werden und Ökostrom im großen Stil produzieren. Die Hochsee-Windparks eignen sich besonders gut: Auf dem Meer weht der Wind recht stetig. Hochsee-Wind ist damit eine zuverlässigere Energiequelle als Solarenergie oder Windräder an Land.

Die Gründe für die schleppende Entwicklung des Sektors sind zahlreich. Die deutschen Unternehmen müssen ihre Parks sehr weit draußen auf dem Meer errichten, was den Bau kompliziert und zeitaufwendig macht. Zudem erhalten Hersteller von Offshore-Windanlagen oft nur schwer eine Garantie, dass ihr Windpark, wenn er fertiggebaut ist, auch tatsächlich sofort ans Stromnetz kann - weil auch die entsprechenden Leitungen erst noch aufwendig verlegt werden müssen. Spezielle Schiffe, die zur Errichtung der Parks gebraucht werden, sind rar. Und noch immer bekommen nicht alle potentiellen Windparkbauer von Banken ausreichend Kredite - denn der Bau der Anlagen gilt als riskant.

Die Regierung hofft, dass sich der Bau der Hochsee-Parks bald beschleunigt. Sie hat dafür mehrere Maßnahmen beschlossen. Die Förderung pro Kilowattstunde Offshore-Windstrom etwa erhöhte sie zum Jahreswechsel. Das lockte zuletzt einige große Investoren an - sogar der US-Finanzinvestor Blackstone will Milliarden in den Sektor pumpen. Die Deutsche Werftenindustrie hofft ebenfalls auf einen Boom und produziert immer mehr Spezialschiffe zum Bau der Windparks.

Auf dem Papier kommt die Wind-Vision immerhin voran. Laut Verkehrsministerium ist mittlerweile der Bau von rund 2000 Offshore-Windrädern genehmigt.

ssu/dapd

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