Donnerstag, 24. August 2017

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Griechenland-Krise Investor Soros warnt vor Euro-Aus

Warnung: Investor und Multimilliardär Soros sorgt sich um die Euro-Zone

Neue Zuspitzung in der Euro-Krise: Während Griechenland demnächst mit den Euro-Rettern um neue Hilfsgelder verhandeln muss, warnt George Soros vor dramatischen Folgen, sollte der Euro scheitern. Die Folgen wären schlimmer als nach der Lehman-Pleite, so der Topinvestor.

Hamburg - Wegen der immer bedrohlicheren Lage in Griechenland mehren sich die Warnungen vor einem Scheitern des Euro Börsen-Chart zeigen. Dies hätte nach den Worten von Starinvestor George Soros katastrophale Folgen für das weltweite Finanzsystem. Die Regierung in Athen steht vor einer entscheidenden Phase: Trotz der stockenden Gespräche über eine Beteiligung der Gläubiger sollen ab Ende kommender Woche die Verhandlungen mit EU und IWF über das nächste Hilfspaket fortgesetzt werden. Griechenland fürchtet ohne die Milliardenspritzen das Aus für seine Euro-Mitgliedschaft.

Der 81-jährige Soros warnte vor dramatischen Folgen, sollte die Gemeinschaftswährung zusammenbrechen. Dies wäre nicht nur für "Europa katastrophal, sondern auch für das weltweite Finanzsystem", wird der Milliardär in der indischen Zeitung "Business Line" zitiert. Die Euro-Krise sei "ernsthafter und gefährlicher als der Zusammenbruch von 2008", als das Ende der US-Bank Lehman Brothers für die schwerste Krise der Weltwirtschaft seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sorgte. Soros wird vom Magazin "Forbes" mit einem Vermögen von 22 Milliarden Dollar auf Rang sieben der reichsten Menschen geführt.

IWF-Chefin Christine Lagarde bekräftigte dagegen ihr Vertrauen in die "junge Währung": Sie sei stabil, sagte sie in Pretoria. Innerhalb der Euro-Zone gebe es zwar Anlass zur Sorge, "aber die Währung als solche ist keine, die 2012 verschwinden oder untertauchen wird. Auf gar keinen Fall", betonte sie.

Die Lage Griechenlands spitzt sich indes wieder zu. Die "Financial Times Deutschland" berichtete unter Berufung auf EU-Kreise, das nächste Hilfspaket müsse größer ausfallen, da sich die Haushaltslage des Euro-Landes seit den EU-Beschlüssen im Oktober erneut verschlechtert habe. Der EU-Kommission bleibt jedoch vorerst bei dem damals zugesagten Volumen von 130 Milliarden Euro für das zweite Programm. Im Verhandlungsmandat des EU-Gipfels stehe eine klare Ziffer, heißt es.

Kampf um die Beteiligung privater Gläubiger

"Die Verhandlungen mit der griechischen Regierung basieren auf dieser Zahl - wir werden nicht darüber hinausgehen", sagte ein Sprecher der Kommission in Brüssel.

Die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds wird ab Ende kommender Woche nach Athen reisen, um über das neue Rettungspaket zu verhandeln. Ministerpräsident Lucas Papademos warnte zuletzt vor einem unkontrollierten Staatsbankrott im März, sollte die Einigung auf das zweite Paket nicht bald gelingen.

Eine der größten Hürden ist dabei die Beteiligung privater Gläubiger an der finanziellen Entlastung Griechenlands, über die seit Monaten verhandelt wird. Die Banken sollen auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten, die Griechen haben Bankern zufolge aber einen noch höheren Erlass in die Diskussion gebracht. Daher stocken die Gespräche.

Das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Athanasios Orphanides, forderte in einem Gastbeitrag für die "Financial Times", ganz auf die Beteiligung privater Gläubiger zu verzichten. Damit werde das Vertrauen in die Euro-Zone an den Märkten wieder hergestellt. So könnten die Refinanzierungskosten für die Länder der Währungsunion wieder sinken, sagte der Notenbanker.

Auch in Japan wächst der Frust über die nicht enden wollende Schuldenkrise in Europa, die den Kurs der Landeswährung Yen zum Euro nach oben treibt und damit den Exporteuren das Leben schwer macht. Die Talfahrt der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Yen sei eine Gefahr für die eigene Wirtschaft, erklärte das Finanzministerium. Bei einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Timothy Geithner will Finanzminister Jun Azumi darüber beraten, wie die beiden Länder gemeinsam mit China den Europäern helfen können - vorausgesetzt, diese leisteten selbst überzeugende Anstrengungen.

cr/rtr

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