Samstag, 27. August 2016

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Effekt des Euro-Rettungsplans verpufft Neue Wetten gegen Italien und Spanien

Angesteckt: Wie die Euro-Krise sich ausbreitet
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DPA

Kaum ebbt die Angst vor einer Zahlungsunfähigkeit der USA ab, rückt Europas Schuldenkrise wieder in den Blick. Die Risikoprämien für Italiens und Spaniens Staatsanleihen sind auf Rekordhoch. Schon Mitte September könnten beide Staaten als Geldgeber für Griechenland ausfallen - das würde für Deutschland teuer.

Hamburg - Wozu noch sparen? Gerade hat das italienische Parlament beschlossen, den Haushalt um 48 Milliarden Euro zu kürzen - doch alles "umsonst", wie Romano Prodi in der Zeitung "Il Messaggero" urteilt. Die steigenden Kosten für den Schuldendienst zehrten alle Ersparnisse gleich wieder auf, erklärt der Ökonomieprofessor, zweimalige Ministerpräsident und EU-Kommissionspräsident - und das wegen des "deutschen Egoismus".

Prodi verweist auf die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, die im ersten Halbjahr ihren Nettobestand italienischer Staatsanleihen von acht Milliarden auf weniger als eine Milliarde Euro abbaute und zugleich auch den Großteil ihrer spanischen Papiere auf den Markt warf, worin Prodi "ein eindrucksvolles Signal des Misstrauens" sieht.

Doch die Bank ist keineswegs allein, wie die massenhaften Verkäufe in dem billionenschweren Markt für die Anleihen beider Länder zeigen.

Am Dienstag brachen die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen aus Italien und Spanien schon wieder die vor dem Euro-Gipfel vom 21. Juli aufgestellten Rekorde. Für italienische Papiere verlangten Anleger bis zu 6,2 Prozent Zinsen, für spanische 6,4 Prozent - satte vier Prozentpunkte mehr als für deutsche Bundesanleihen, die mit 2,4 Prozent ein Jahrestief erreichten. Dieser Risikoaufschlag, derzeit das meistbeachtete Barometer der Euro-Krise, markiert für die Schuldscheine beider Länder den höchsten Wert seit Bestehen der Europäischen Währungsunion.

Spanien und Italien müssen derzeit mehr als 6 Prozent Zinsen zahlen

In Rom wurde deshalb der Finanzstabilitätsrat aus Wirtschaftsministerium, Zentralbank und Aufsichtsbehörden zu einem Krisentreffen einberufen. Sogar Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der in den vergangenen Monaten über solchen Dingen zu schweben schien, soll sich am Mittwoch zur Krise äußern.

Doch hatten die Staatslenker auf ihrem Brüsseler Gipfel vor knapp zwei Wochen nicht gerade Hunderte Milliarden lockergemacht, um alle Gerüchte von einem Übergreifen der Schuldenkrise von den Randstaaten auf die großen Euro-Mitglieder zu beenden?

"Der Effekt des Euro-Gipfels auf die Märkte war innerhalb von 24 Stunden verpufft", sagt Zinsstratege Kornelius Purps von der Großbank Unicredit. "Das wichtigste Ziel, die Ansteckungsgefahr einzudämmen, wurde nicht erreicht." Zwar seien die jetzigen Zinskosten "noch kein Grund den Rettungsfonds anzurufen" - während Irlands Finanzminister Michael Noonan die Schmerzgrenze für die Kollegen aus Rom und Madrid jüngst auf 7 Prozent taxierte, sieht Purps in der regelmäßigen Aktivität beider Länder am Kapitalmarkt einen Puffer, weil einzelne teure Emissionen nicht so stark ins Gewicht fielen wie für Irland oder Portugal; die beiden Länder hatten um Hilfe gebeten, als ihre Anleiherenditen über 9 Prozent stiegen.

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