Freitag, 28. August 2015

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Globalisierung China will zur Ideenschmiede werden

Windanlagenbau in China: Vielfach Fertigung statt Forschung
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Windanlagenbau in China: Vielfach Fertigung statt Forschung

2. Teil: Auf die Überholspur gewchselt

Zieht man die Zahl chinesischer Patentanmeldungen im Ausland als Vergleichswert heran, die von der chinesischen Regierung nicht mit Anreizen unterstützt werden, zeigt sich, dass hier noch ein deutlicher Abstand zu den führenden Industrienationen besteht. Amerikanische Anmelder meldeten in 2008 beim World Intellectual Property Office (Wipo) mehr als 50.000 internationale Patente an. Die Zahl chinesischer Anmeldungen lag im gleichen Jahr lediglich bei rund 6000. Allerdings ist China das einzige Land, dessen Anmeldungen am Wipo starkes Wachstum aufweisen, wohingegen die Anmeldungen anderer Nationen stagnieren beziehungsweise leicht rückläufig sind.

Die rein quantitative Betrachtung der erwähnten Indikatoren mag ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit zeichnen. Allerdings machen die vorliegenden Zahlen mehr als deutlich, dass China erhebliche Anstrengungen unternimmt, ein führender Wissenschafts- und Innovationsstandort zu werden. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis aktuell bestehende Qualitätsdefizite aufgeholt worden sind. Dann werden bisher bestehende innovationsbasierte Wettbewerbsvorteile westlicher Nationen in Zukunft ausgeglichen werden.

Wenn Politik und Wirtschaft hier nicht umdenken und es versäumen, die Reform der Bildungssysteme und Forschungs- und Entwicklungsstrukturen zu betreiben, drohen die etablierten Industrienationen von China im Bereich Wissenschaft und Innovation mittelfristig überholt zu werden.

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