Dienstag, 27. Juni 2017

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Massenproteste in Venezuela - Millionen auf der Straße GM-Werk in Venezuela beschlagnahmt

Proteste in Venezuela: Verletzte und Todesopfer

Nach dem Tod von zwei Demonstranten hat die Opposition in Venezuela eine Ausweitung ihrer Massenproteste für diesen Donnerstag angekündigt. "Wenn heute Millionen auf die Straßen gegangen sind, müssen morgen noch mehr rausgehen", sagte der Oppositionsführer Henrique Capriles am Mittwochabend (Ortszeit). Zuvor waren ein junger Mann und eine Frau durch Schüsse getötet worden. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein, nach Angaben der Behörden kam es mehr als 400 Festnahmen.

Laut einer Einschätzung des der Opposition nahestehenden Umfrageinstituts Meganalisis sollen am Mittwoch in Venezuela bis zu sechs Millionen Menschen demonstriert haben, es gab aber auch Demonstrationen für den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro, der vor einem Putsch der Opposition warnt. Offizielle Zahlen wurden hierzu nicht veröffentlicht.

Capriles hatte 2013 gegen Maduro äußerst knapp verloren und war zuletzt für 15 Jahre als Kandidat von Wahlen ausgeschlossen worden. Er will das nicht akzeptieren, die Opposition fordert Neuwahlen.

Behörden beschlagnahmen Werk von General Motors

Die Behörden in Venezuela haben nach Angaben von General Motors (GM) zudem ein Werk des US-Autoherstellers in der Industrieregion Valencia rechtswidrig beschlagnahmt. Durch das Vorgehen entstünden irreparable Schäden für GM, die 2678 Mitarbeiter, die Zulieferer und die 79 Händler, teilte das US-Unternehmen am Mittwoch mit. Das Informationsministerium gab auch auf Nachfrage zunächst keine Stellungnahme ab.

Venezuela leidet derzeit unter einer schweren Wirtschaftskrise, die auch mehrere US-Unternehmen getroffen hat. So schrieb GM-Konkurrent Ford bereits Anfang 2015 seine Investitionen in dem Land ab. Die sozialistische Regierung hat bereits mehrmals Fabriken übernommen. Derzeit kommt es zu massiven Protesten gegen die Regierung.

la/dpa/reuters

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