Dienstag, 23. Oktober 2018

Mauer zu Mexiko braucht viel Zement  Endlich mal wieder eine große Mauer - HeidelbergCement will vom Trump-Sieg profitieren

"Das spült ordentlich in die Kasse": Bernd Scheifele, Chef des Baustoffkonzerns HeidelbergCement, kann einer Mauer an der Grenze zu Mexiko auch viel Gutes abgewinnen
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"Das spült ordentlich in die Kasse": Bernd Scheifele, Chef des Baustoffkonzerns HeidelbergCement, kann einer Mauer an der Grenze zu Mexiko auch viel Gutes abgewinnen

HeidelbergCement -Chef Bernd Scheifele kann dem Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl auf den zweiten Blick positive Seiten abgewinnen. Kurzfristig werde die Unsicherheit von Investoren groß sein und bis zum kommenden Jahr einen Bremseffekt auf die amerikanische Wirtschaft haben, sagte Scheifele am Mittwoch. "Mittelfristig bin ich positiv gestimmt." Es sei damit zu rechnen, dass der Staat unter Trump mehr in Infrastruktur investieren und für Beschäftigung sorgen werde. Sollte Trump tatsächlich die Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen lassen, könnte HeidelCement als Lieferant in Texas und Arizona davon profitieren.

Für den Dax-Konzern ist Nordamerika - einschließlich Kanada - ein wichtiger Markt mit einem Umsatzanteil von einem Viertel. Sollte der Dollar angesichts der Unsicherheit an den Weltfinanzmärkten steigen, hätte der Zement- und Betonhersteller auch Währungsgewinne. "Das spült ordentlich in die Kasse", sagte Scheifele.

Aufwertung des Dollar würde Baustoffkonzern helfen

Rückenwind von der Währung können die Kurpfälzer gut gebrauchen, denn sie müssen die 3,7 Milliarden Euro teure Übernahme des italienischen Zementherstellers Italcementi stemmen. Diese belastete die Bilanz des Baustoffkonzerns im dritten Quartal. Mit der Integration des Zukaufs brach der Nettogewinn der Gruppe von Juli bis September um 29 Prozent auf 339 Millionen Euro ein, unter anderem wegen der Kosten des Personalabbaus bei Italcementi.

Die Nettoverschuldung belief sich wegen der Zahlung des Kaufpreises und der Übernahme der Schulden von Italcementi zum Ende des dritten Quartals auf 8,87 Milliarden Euro und lag damit rund 2,9 Milliarden Euro über dem Stand zum Ende des Vorjahresquartals. Dies soll jedoch rasch wieder abgebaut werden, erklärte Finanzvorstand Lorenz Näger.

Nach der letzten großen Übernahme des britischen Baustoffkonzerns Hanson 2007 hatte der Dax-Konzern über Jahre hinweg mit mehreren Sparprogrammen die Verschuldung abgebaut. So kündigte Vorstandschef Scheifele auch jetzt Kostensenkungen an. In der Sparte Beton sollen die Logistik und die Rezeptur verbessert werden, wodurch das Ergebnis über drei Jahre um 120 Millionen Euro steigen soll. Zudem wollen die Kurpfälzer mit der Italcementi-Übernahme höhere Synergien heben als die bisher angekündigten 400 Millionen Euro. In diesem Jahr beliefen sich die Einsparungen auf 135 Millionen Euro.

la/dpa

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