Mittwoch, 7. Dezember 2016

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Ex-Bürgermeister von New York Bloomberg will Trump verhindern - und verzichtet auf Kandidatur

Michael Bloomberg: Niveau der Debatten eine "Beleidigung der Wähler"

Nun also doch nicht: Der ehemalige New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg wird eigenen Angaben zufolge nicht ins Rennen ums Weiße Haus einsteigen - weil er einen Präsidenten Trump verhindern will.

"Wenn ich mir alle Daten anschaue, ist mir klar, dass ich nicht gewinnen kann": Mit diesen Worten hat Michael Bloomberg einer möglichen Kandidatur um die US-Präsidentschaft eine Absage erteilt. Der 74-jährige Milliardär hatte erst Ende Januar streuen lassen, dass er einen Einstieg in den Vorwahlkampf erwäge, als unabhängiger Kandidat. Er empfinde das Niveau der Wahlkampfdebatten als "Skandal und Beleidigung der Wähler". Das amerikanische Volk habe Besseres verdient, hieß es. Deshalb denke er über eine Kandidatur nach.

Doch dieser Schritt könne dazu führen, dass Donald Trump oder Ted Cruz gewählt würden, erklärte Bloomberg nun in einem Editorial auf der Seite "BloombergView" seines Unternehmens. "Das ist ein Risiko, das ich nicht guten Gewissens eingehen kann." Trump führe eine spalterische und demagogische Kampagne. Cruz äußere sich vielleicht weniger exzessiv, sei aber genauso extremistisch.

In Anlehnung an Trumps Wahlkampfslogan schrieb Bloomberg: "Wir können nicht 'Amerika wieder groß machen', indem wir die Werte über Bord werfen, die uns überhaupt erst zur größten Nation der Welt gemacht haben. Ich liebe unser Land zu sehr, als dass ich eine Rolle bei der Kür eines Kandidaten spielen möchte, der unsere Gemeinschaft schwächt und unsere Zukunft düster erscheinen lässt."

Schon im Januar hatte sich Bloomberg laut "New York Times" über Trump geärgert. Auch zeigte er sich besorgt, dass der selbsterklärte Sozialist Bernie Sanders auf der demokratischen Seite die favorisierte Ex-Außenministerin Hillary Clinton ausstechen könnte. In dem aktuellen Beitrag schrieb Bloomberg, er sei noch nicht bereit, einen Kandidaten offiziell zu unterstützen.

Bloomberg war einst Demokrat, dann wurde er Republikaner, seit 2007 ist er parteilos. Er gründete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und war von 2002 bis 2013 Bürgermeister von New York. Er hatte schon früher wiederholt an eine Kandidatur gedacht, war aber stets zur Überzeugung gelangt, dass er keine Siegesaussichten habe. Tatsächlich hat es bislang noch nie ein unabhängiger Bewerber ins Weiße Haus geschafft.

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