Kairo - Einige hundert Menschen demonstrierten auch am Mittwoch auf dem Tahrir-Platz in Kairo gegen die Verfassungserklärung von Präsident Mohammed Mursi. Die Polizei setzte Tränengas ein.
Am Vorabend hatten sich rund um den Platz mehr als 300.000 Menschen versammelt. Es war die größte Protestkundgebung in Ägypten seit dem Sturz von Präsident Husni Mubarak Anfang 2011.
In zahlreichen Provinzstädten im Nil-Delta war es in der Nacht zu Straßenkämpfen gekommen. In Damanhur wurde der Sitz der Muslimbruderschaft attackiert.
Die Richter des Landes wollen mit einem Streik erzwingen, dass Mursi seine Entscheidungen zurücknimmt, mit denen er sich selbst und den von den Islamisten dominierten Verfassungsrat dem Zugriff der Justiz entzogen hatte. Der Bürochef des Präsidentenamtes, Mohammed al-Tahtawi, schloss einen Rückzieher Mursis laut Berichten lokaler Medien aus.
Der Vize-Parteichef der Muslimbrüder, Essam al-Arian, sagte in einem TV-Interview beschwichtigend, die Verfassungserklärung sei nur vorübergehend. Sie werde mit dem Inkrafttreten einer neuen Verfassung null und nichtig. Eine Verfassung nach dem Gusto der Islamisten wollen die säkularen Parteien nicht zulassen.
mg/dpa
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