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07.11.2012
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Merkel lädt Obama nach Deutschland ein

Charismatiker und Pragmatikerin: US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel trennen nicht nur viele Positionen. Zur Wiederwahl gratulierte Merkel höflich
dapd

Charismatiker und Pragmatikerin: US-Präsident Barack Obama und Bundeskanzlerin Angela Merkel trennen nicht nur viele Positionen. Zur Wiederwahl gratulierte Merkel höflich

Die politische Prominenz gratuliert US-Präsident Obama. Während Russlands Regierungschef Medwedew fast erleichtert erscheint, lädt Bundeskanzlerin Merkel den Präsidenten höflich nach Berlin ein. US-Starinvestor George Soros indes ruft die Republikaner zu mehr Kooperation auf.

New York - Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hofft nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama auf neue Impulse für die Abrüstung. Westerwelle appellierte in New York an die USA, gemeinsam mit Russland nun die "Gunst der Stunde" für weitere Abrüstungsschritte zu nutzen. Zugleich plädierte er für eine weitere Liberalisierung des Welthandels. "Das ist unsere wichtigste Erwartungshaltung an die USA, dass wir gemeinsam gegen Protektionismus arbeiten und mehr für Freihandel tun."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Obama nach seiner Wiederwahl zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen. "Es wäre mir eine Freude, Sie bald wieder als meinen Gast in Deutschland begrüßen zu können", betonte sie am Mittwoch in einem Glückwunschschreiben an Obama. Die Kanzlerin hob die enge und freundschaftliche Zusammenarbeit der vergangenen Jahren mit Obama hervor. Sie schätze "die zahlreichen Begegnungen und Gespräche" mit dem Präsidenten "außerordentlich".

Der Direktor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), Eberhard Sandschneider forderte am Mittwoch eine Neuordnung der deutsch-amerikanischen Bezieheungen: "Unabhängig von der Präsidentenwahl wird kein Weg an einer langfristigen Neubestimmung der Beziehungen vorbeiführen. Längst ist hier nicht alles Gold, was glänzend in Tischreden formuliert wird. Die freundliche Grundstimmung bleibt sicherlich bestehen, aber in vielen Sachfragen steigt das Potenzial des Dissenses."

Politologe : Neubestimmung der Beziehungen notwendig

Auch in seiner zweiten Amtszeit werde Obama kein Präsident sein, der die strategischen Erwartungen Europas in hohem Maße erfülle. Dorthin werde er sich nur wenden, wenn er Partner suche, die den USA helfen, Kosten und Risiken zu teilen. Der strategische Schwerpunkt seiner Außenpolitik werde weiter Richtung Pazifik wandern, ist der Experte überzeugt.

Zu den ersten Gratulanten aus Europa zählten der britische Premierminister David Cameron und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso. "Herzliche Glückwunsche an meinen Freund Barack Obama", twitterte Cameron. "Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit." EU-Kommissionspräsident twitterte mit ähnlicher Wortwahl: "Herzlichen Glückwunsch, ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit und auf noch engere Beziehungen."

Kremlchef Wladimir Putin ließ mitteilen, der Kreml habe die Nachricht "sehr positiv" aufgenommen. "Wir hoffen, dass sich sowohl die bilaterale Zusammenarbeit als auch das gemeinsame Wirken auf internationaler Ebene entwickeln und zu mehr Stabilität beitragen." Regierungschef Dmitri Medwedew lobte Obama als verständnisvollen und verlässlichen Partner. "Ich bin froh, dass an der Spitze des größten und einflussreichsten Staates nicht ein Mensch steht, der Russland für den größten Feind hält." Eine solche Sicht sei paranoid, sagte Medwedew mit indirektem Verweis auf die außenpolitischen Positionen von Obamas unterlegenem Gegenkandidaten Mitt Romney.

Frankreichs Präsident François Hollande schrieb von einem "wichtigen Moment nicht nur für die USA, sondern für die ganze Welt". Die Wiederwahl Obamas sei "eine klare Entscheidung für ein offenes, solidarisches, voll und ganz international engagiertes Amerika", schrieb Hollande an Obama. Er setze auf eine Stärkung der Partnerschaft zwischen beiden Ländern. Gemeinsame Ziele seien mehr Wirtschaftswachstum, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Konfliktlösung vor allem im Nahen Osten.

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen betonte, die für Frieden und Sicherheit wichtige "Verbindung zwischen Europa und Nordamerika". "Präsident Obama hat herausragende Führung bei der Bewahrung dieser unerlässlichen Verbindung gezeigt", schrieb der Nato-Chef. Er freue sich auf die weitere enge Zusammenarbeit. Innerhalb der Nato entfällt der Großteil der Verteidigungsausgaben auf die USA

Der US-Starinvestor George Soros erklärte: "Die amerikanischen Wähler haben extremistische Positionen abgelehnt. Das öffnet die Tür für eine vernünftigere Politik. Die gewählten Republikaner werden in den kommenden Jahren hoffentlich bessere Partner sein - besonders notwendig ist das für die Vermeidung des sogenannten 'fiscal cliff'."

rei/dpa

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