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27.01.2012
 

Mittel für EU-Krisenstaaten

Merkels Wachstumsinitiative droht zu scheitern

Kanzlerin Merkel: Nur 30 Millionen Euro aus zwei Jahren übrig
dapd

Kanzlerin Merkel: Nur 30 Millionen Euro aus zwei Jahren übrig

Die angekündigte Wachstumsinitiative für Euro-Krisenstaaten dürfte floppen: EU-Kommissar Hahn hält es für unrealistisch, Brüsseler Fördertöpfe zur Stützung von Euro-Krisenländern zu nutzen. In den Fonds sei kaum Geld vorhanden.

Berlin - Für die deutsch-französischen Wachstumspläne sind keine Mittel da: Vor dem EU-Gipfel am Montag wies die Europäische Kommission Überlegungen zurück, nicht genutztes Geld aus EU-Töpfen zur Förderung von Krisenstaaten einzusetzen. Es sei kaum freies Geld verfügbar, sagte der für Regionalpolitik zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn der "Süddeutschen Zeitung".

Hahn bezifferte alle ungenutzten Mittel der Jahre 2010 und 2011 auf nur 30 Millionen Euro. "Nachdem ich die Verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht habe, um wie viel Geld es sich dabei handeln würde, ist diese Idee mit dem Wachstumsfonds wieder verschwunden", sagte er der Zeitung.

In Berliner Regierungskreisen hatte es geheißen, Griechenland, Spanien und Italien etwa hätten weniger als 30 Prozent der bereitstehenden Mittel aus Struktur- und Regionalfonds abgerufen. Zur Förderung des Wachstums in der EU gehe es aber vor allem um den sinnvollen Einsatz von Geldern, die bereits vorhanden seien. Die Förderung von Wachstum und Beschäftigung soll ein Schwerpunkt des Treffens der Staats- und Regierungschef am Montag in Brüssel werden.

EU-Kommissar Hahn erläuterte, zwar stünden den europäischen Strukturfonds für die Jahre 2007 bis 2013 fast 350 Milliarden Euro zur Verfügung. Aber drei Viertel seien bereits Projekten zugeordnet. "Es bleiben also 25 Prozent, und da gibt es immer die Fehleinschätzung, das Geld werde nicht genutzt. Es wird aber genutzt. Es ist budgetiert, das heißt, es ist einzelnen Ländern zugeordnet, aber die haben es noch nicht konkreten Projekten zugewiesen." Solche Förderverträge ließen sich zwar ändern, aber nur, wenn die Mitgliedsländer dies auch wollten. "Wir können als Kommission nicht einfach sagen, das Geld geht jetzt von A nach B", sagte der aus Österreich stammende EU-Kommissar Hahn der Zeitung.

yes/kst/dpa

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