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26.05.2011
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Schwache Währung

Griechische EU-Kommissarin fürchtet Drachme-Comeback

Maria Damanaki: Dramatischer Appell an ihre Landsleute
AP

Maria Damanaki: Dramatischer Appell an ihre Landsleute

Es sind drastische Worte: Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki warnt ihre Landsleute vor dem Euro-Ausstieg. Das Szenario läge auf dem Tisch, man stehe am Scheideweg. Mit dem Euro sei die größte Errungenschaft im Nachkriegs-Griechenland in Gefahr.

Brüssel - Erstmals hat ein griechischer Politiker das Tabu gebrochen und offen über einen möglichen Austritt des Landes aus der Euro-Zone gesprochen. Die griechische EU-Kommissarin Maria Damanaki fürchtet demnach einen Ausstieg ihres Landes aus dem gemeinsamen Währungsraum.

"Das Szenario einer Distanzierung Griechenlands vom Euro liegt auf dem Tisch", warnte Damanaki in einer Erklärung, die am Mittwoch auf ihrer griechischen Internetseite veröffentlicht wurde.

Um dieses Szenario nicht wahr werden zu lassen, schwor die sozialistische Politikerin ihr Land auf einen drastischen Sparkurs ein: "Entweder einigen wir uns mit unseren Gläubigern auf ein Programm mit großen Opfern, das Ergebnisse bringt, und wir übernehmen die Verantwortung für unsere Vergangenheit, oder wir kehren zur Drachme zurück", so Damanaki.

Sie müsse das "offen aussprechen", fügte die Griechin hinzu, die sich in Brüssel um Fischereipolitik kümmert. Griechenland stehe an einem Scheideweg, sagte sie und warnte: "Die größte Errungenschaft im Nachkriegs-Griechenland - der Euro und der europäische Kurs - sind in Gefahr."

Ein Austritt des hochverschuldeten Griechenlands aus der Euro-Zone wird von der Regierung in Athen aufs Schärfste abgelehnt. Eine neue griechische Drachme wäre deutlich schwächer als der Euro. Damit würden sich zwar einerseits griechische Produkte auf dem Weltmarkt billiger und einfacher verkaufen, was der kranken Wirtschaft des Landes zugute käme. Andererseits könnten sich die Schulden des Landes so auf einen Schlag verdoppeln.

Griechenland hatte im vergangenen Jahr bereits internationale Notkredite von EU und IWF über 110 Milliarden Euro zugesprochen bekommen, inzwischen wird aber bereits über ein weiteres Hilfspaket spekuliert. Möglich ist auch eine sogenannte weiche Umschuldung, bei der die Gläubiger den Griechen längere Rückzahlfristen sowie niedrigere Zinssätze einräumen.

lg/dpa-afx/rtr

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