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07.09.2010
 

Rücksetzer im Juli

Auftragslage der Industrie verschlechtert

Weniger Großaufträge im Flugzeugbau: Deutsche Industrie büßt Auftragsniveau im Juli ein
Lufthansa

Weniger Großaufträge im Flugzeugbau: Deutsche Industrie büßt Auftragsniveau im Juli ein

Die Orders bei deutschen Industrieunternehmen sind im Juli so stark gesunken  wie seit März 2009 nicht mehr. Sie gingen verglichen mit dem Vormonat um 2,2 Prozent zurück. Besonders die Auslandsnachfrage gab nach. Jetzt könnte die sinkende Arbeitslosigkeit im Inland den deutschen Aufschwung stützen.

Berlin - Die deutsche Industrie hat im Juli nach dem kräftigen Auftragsschub im Vormonat einen Dämpfer erhalten. Die Auftragseingänge seien preis- und saisonbereinigt um 2,2 Prozent zum Vormonat gesunken, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Das Ministerium verwies auf einen unterdurchschnittlichen Umfang an Großaufträgen nach einem Schub im Vormonat. Der Anstieg im Vormonat war mit 3,6 Prozent ausgeprägter als zunächst mit plus 3,2 Prozent veranschlagt. Im Jahresvergleich ergibt sich im Juli ein bereinigtes Auftragsplus von 17,7 Prozent.

Die derzeit kräftigen Nachfrageschwankungen sind aus Sicht des Ministeriums vor allem auf die Entwicklung der Großaufträge bei Investitionsgütern zurückzuführen. In der Tendenz sei die Nachfrage nach industriellen Erzeugnissen dagegen weiter aufwärts gerichtet. Das Wachstum der Bestellungen habe sich nach der außergewöhnlich starken Bestelldynamik im Frühjahr aber weiter abgeschwächt, hieß es.

"Wir hatten ein Auftragsminus von einem Prozent erwartet. Nun ist es noch etwas stärker nach unten gegangen. Das lag aber hauptsächlich an den unterdurchschnittlich ausgefallenen Großaufträgen im Flugzeugbau. Dieser Bereich ist ohnehin sehr volatil. Die Zahlen sind also nicht so schlecht, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Wir glauben, dass es bei den Investitionen weiter nach oben gehen wird und die Erholung sich fortsetzt", kommentierte Commerzbank-Experte Ralph Solveen das Juli-Ergebnis.

Im Inland schwächte sich die Nachfrage im Juli mit 0,3 Prozent nicht ganz so stark ab wie im Ausland mit 3,7 Prozent. Großaufträge aus dem sonstigen Fahrzeugbau hatten im Vormonat noch für einen kräftigen Schub aus dem Ausland gesorgt. Nun sanken die Bestellungen von Investitionsgütern deutlich (-5,5 Prozent), während die Auftragseingänge bei den Vorleistungsgüterproduzenten um 2,5 Prozent kletterten. Die Hersteller von Konsumgütern verzeichneten ein Auftragsminus um 1,0 Prozent.

Im aussagekräftigeren Zweimonatsvergleich (Juni/Juli gegenüber April/Mai) zeigt die Auftragsentwicklung mit einem Plus von 2,4 Prozent weiter klar nach oben. Treiber sei weiterhin die Auslandsnachfrage. Auf Jahressicht legten die Bestellungen im Zweimonatsvergleich um 21,2 Prozent zu.

"Das ist eher ein leichter Dämpfer. Und Wir werden aber in den nächsten Monaten erkennen, dass es mit dem privaten Konsum aufwärts geht. Denn die Rahmenbedingungen für höhere Konsumausgaben stimmen. Dazu zählt vor allem die stark sinkende Arbeitslosigkeit", glaubt Stefan Schilbe von HSBC Trinkaus.

kst/reuters/dpa-afx

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