Hamburg - Die federführende hessische Generalstaatsanwaltschaft ist mit ihren Ermittlungen gegen betrügerische Umsatzsteuerkarussells offenbar vor dem Abschluss. Unter anderem geht es um die Deutsche Bank, deren Zentrale wie rund 230 andere Objekte am 28. April von einem Großaufgebot der Polizei durchsucht worden war.
Er gebe zum jetzigen Zeitpunkt aber keine konkreten Auskünfte zu Rückforderungen, sagte Oberstaatsanwalt Günter Wittig der Nachrichtenagentur dpa. Er halte es aber für selbstverständlich, dass der Staat die Möglichkeiten prüfe, sich hinterzogene Steuern zurückzuholen.
Zuletzt hatte BKA-Präsident Jörg Ziercke von einem Steuerschaden in Höhe von mehr als 300 Millionen Euro gesprochen, der aus dem betrügerischen Handel mit Co2-Emissionsrechten über Ländergrenzen innerhalb der EU entstanden war. Dazu war ein umfangreiches Firmennetz über zahlreiche Staaten gegründet worden. Rund 100 Millionen Euro hätten die Ermittler bereits für die Staatskasse gesichert.
Der Zeitpunkt für erste Anklagen in dem Fall sei noch nicht absehbar, sagte Wittig. Laut "Bild" sind unter anderem vier Staatsanwälte und 30 Steuerfahnder mit der Auswertung der sichergestellten Daten beschäftigt. Nach Wittigs Angaben sitzen weiterhin drei Beschuldigte in Untersuchungshaft.
Die Verdachtsmomente gegen sieben Mitarbeiter der Deutschen Bank bestünden ebenfalls weiterhin. Sie stehen im Verdacht, die Steuerhinterzieher unterstützt zu haben und waren bereits am Vorabend vor der Razzia gewarnt worden. Die Deutsche Bank geht einem Sprecher zufolge weiterhin von der Unschuld der Mitarbeiter aus. Die Ermittlungen in der Steueraffäre richteten sich nach früheren Angaben gegen einige Dutzend Unternehmen.
kst/dpa
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