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01.09.2010
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Zuwanderung

Woher die Besten kommen könnten

Von Nils-Viktor Sorge

Neue Einwanderer: Aus diesen Ländern könnten die besten Kräfte kommen
Fotos
AP

2. Teil: Warum Inder sich doch für Deutschland interessieren könnten

Bisher zieht es die meisten Arbeitsemigranten aus dem 1,2-Milliarden-Menschen-Land jedoch eher in die USA oder nach Großbritannien, weil sie dort mit Englisch weiterkommen als in Deutschland, und weil es dort große indische Gemeinschaften gibt. So verlassen jedes Jahr 100.000 Inder ihr Land, um in den USA zu studieren, nach Deutschland gehen 4000.

Doch in Deutschland ist die Zahl der Inder in den vergangenen Jahren auch auf immerhin 45.000 Menschen gewachsen, Tendenz steigend. Aus Sicht von Migrationsforschern sind solche Zahlen bedeutend, denn als einer der wichtigsten Faktoren für Wanderungen machen sie bestehende Netzwerke und sogenannte Trampelpfade aus.

Indien eignet sich aus Sich von Bonin als Anwerberegion für mehrere Gruppen von Arbeitskräften. Um die Hochqualifizierten beispielsweise kämpft Deutschland einen schweren Kampf gegen die angelsächsischen Staaten, doch das Beispiel SAP Chart zeigen zeige, dass dieser Kampf mitunter auch zu gewinnen ist. Der Walldorfer Softwarekonzern beschäftigt 4500 Mitarbeiter in Bangalore, viele arbeiten zumindest temporär auch in Deutschland.

Doch nicht nur Topkräfte könnten dort angeworben werden. Als Reservoir für zunehmend benötigte Pflegeberufe hat Indien möglicherweise ebenfalls Potenzial. Die Krankenschwestern, die in den 70er-Jahren in die Bundesrepublik kamen, stammen überwiegend aus dem christlich geprägten 33-Millionen-Einwohner Bundesstaat Kerala im Südwesten des Landes. "Die Region ist durch den Export von Arbeit reich geworden", sagt Bonin. Deshalb sei die Bereitschaft für weitere Wanderungen gegeben.

Ungenutztes Potenzial ausländischer Studenten

Im Bereich der mittleren Qualifikationen führt der ZEW-Experte zudem Indonesien als mögliches Herkunftsland für neue Mitbürger ins Feld. Der große Vorteil dort: Es gibt staatliche Institutionen, die Auswanderung organisieren. Zwar gehen die meisten Indonesier momentan in die Golfregion. Doch der Weg nach Europa ist nicht viel weiter. Dort wären die Asiaten wohl vor allem als Pflegekräfte oder als Haushaltshilfen zu vermitteln.

Länder wie Indien und Indonesien sind allein wegen ihrer großen Bevölkerungszahl als Herkunftsländer interessant. Gleiches gilt für China. Auch dort bleiben viele Migrationspotenziale bisher ungenutzt. "Es ist aus ökonomischer nicht rational, ausländische Studenten in Deutschland auszubilden und diese anschließend wieder nach Hause zu schicken", sagt RWI-Experte Bauer. Er rät, gezielt Werbung im bevölkerungsreichsten Land der Erde für Deutschland zu machen. "Die Auswanderungshistorie Chinas spricht dafür, dass es Chancen gibt, dort Fachkräfte von Deutschland zu überzeugen", sagt Bonin.

Außer in Asien gelten Osteuropa und die Türkei weiterhin als vielversprechende Herkunftsländer. Für Polen, Tschechien und die Nachfolgestaaten der UdSSR ist Deutschland das Tor nach Europa, es gibt bereits große Netzwerke. Diese machen Deutschland auch für Türken interessant, sagt Bauer. "Es ist durchaus zu erwarten, dass Hochqualifizierte aus der Türkei kommen würden, wenn man sie nur ruft."

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