Donnerstag, 02. September 2010, 21:30 Uhr

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29.07.2010
 

Wettbewerb

Bahn macht bei Branchentarif mit

Ausgestreckte Hand: Bahnchef Rüdiger Grube mit Auszubildenden
dpa

Ausgestreckte Hand: Bahnchef Rüdiger Grube mit Auszubildenden

Die Bahnbranche steuert auf einen gemeinsamen Tarifvertrag zu. Flächendeckend sollen einheitliche Bedingungen gelten, auch für Bahn-Tochterunternehmen und private Wettbewerber. Marktführer Deutsche Bahn geht damit auf die Gewerkschaften zu und macht einen Streik unwahrscheinlich.

Frankfurt am Main - Bei den Tarifverhandlungen für die 165.000 Beschäftigten der Deutschen Bahn (DB) haben sich der Konzern und die Gewerkschaften in einem entscheidenden Punkt angenähert. Die DB sagte am Donnerstag in Frankfurt während der zweiten Gesprächsrunde zu, den umstrittenen Branchentarifvertrag mitzutragen. "Wir haben heute das Angebot gemacht, an einer flächendeckenden Regelung mitzuwirken", sagte ein DB-Sprecher in Frankfurt.

Der Branchentarif soll für einheitliche Tarifstandards sowohl bei der DB und ihren nicht tarifgebundenen Töchtern als auch bei der privaten Konkurrenz sorgen. So will die Arbeitnehmerseite Lohndumping vereiteln. Darüber hinaus fordert das Gewerkschaftsbündnis aus Transnet und GDBA mehr Geld im Volumen von 6 Prozent.

Zu dieser Forderung machte die DB-Arbeitgeberseite am Donnerstag allerdings noch keine Offerte. "Wir haben noch kein prozentuales Angebot abgegeben. Wir werden ein konkretes Angebot abgeben, wenn der Branchentarifvertrag steht", sagte der Bahn-Sprecher.

Insgesamt verliefen die Verhandlungen aus Sicht des Sprechers in einer guten Atmosphäre. "Es gab deutliche Fortschritte." Die nächste Verhandlungsrunde sei für den 20. August geplant. Da die beiden Seiten sich nun annährten, ist die Wahrscheinlichkeit für bundesweite Streiks damit gesunken. Am Mittwoch hatten fünf große private Verkehrsunternehmen erklärt, mit den Gewerkschaften Verhandlungen zum Branchentarifvertrag aufzunehmen.

Am Nachmittag wollte auch die Lokführergewerkschaft GDL die Tarifgespräche mit der Deutschen Bahn fortsetzen. Die GDL fordert für ihre Beschäftigten fünf Prozent mehr Lohn und Gehalt. Darüber hinaus strebt sie ebenfalls einen einheitlichen Tarifvertrag für die Beschäftigten bei der Deutschen Bahn und deren Konkurrenten an.

ak/dpa-afx/ddp

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