Washington - Die erste Tranche über 1,89 Milliarden Dollar werde sofort freigegeben, teilte der IWF am Mittwoch in Washington mit. Weitere Mittel hingen vom Ergebnis einer vierteljährlichen Überprüfung durch den Währungsfonds ab. Mit dem Darlehen kann die Ukraine ihre Haushaltslöcher stopfen.
Als Bedingung hat die Regierung in Kiew laut IWF akzeptiert, ihr jährliches Defizit im Jahr 2011 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu drücken und im Jahr 2012 auf 2,5 Prozent. Bis 2015 sollen die gesamten Staatsschulden auf unter 35 Prozent gesenkt werden. Unter anderem sollen die subventionierten Gaspreise um die Hälfte angehoben werden.
Der IWF hatte ein Kreditprogramm über 16,4 Milliarden Dollar eingefroren, nachdem die vorherige ukrainische Regierung des damaligen Präsidenten Viktor Juschtschenko versprochene Einsparungen nicht umgesetzt hatte.
Der stellvertretende IWF-Direktor John Lipsky sagte nach den Angaben des Fonds, die Ukraine habe eine schwierige Zeit hinter sich, in der die Wirtschaft des Landes von äußeren Schocks und innerer Verwundbarkeit stark betroffen gewesen sei. Die Regierung sei aber gewillt, die existierenden Unausgewogenheiten anzugehen und die Wirtschaft durch Reformen im Bereich von Steuern sowie des Energie- und Finanzsektors wieder auf den Pfad eines dauerhaften Wirtschaftswachstums zu bringen.
Nach Angaben des IWF schrumpfte die ukrainische Wirtschaftsleistung 2009 um 15,1 Prozent. Damit erlebte das Land eine der schwersten Rezessionen weltweit, übertroffen nur von Lettland. Dennoch stiegen die Verbraucherpreise um 12 Prozent. Die Ukraine wird an den Finanzmärkten mit Argentinien, Griechenland und Venezuela als einer der wahrscheinlichsten Kandidaten für einen Staatsbankrott weltweit gehandelt. Die Ratingagenturen geben dem Land die schlechtesten Noten für seine Kreditwürdigkeit. In der vergangenen Woche verschob die Regierung eine geplante Anleihenemission.
ak/reuters/dpa-afx
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