30.07.2010
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Investoren für Deutschland

Nicht mal zur WM auffallen

Von Nicole Wildberger

"Deutschland - Land der Ideen": Reklame für Deutschland im Jahr 2006 mit Claudia Schiffer
Land der Ideen / Foto: Peter Lindbergh

"Deutschland - Land der Ideen": Reklame für Deutschland im Jahr 2006 mit Claudia Schiffer

2. Teil: Von der Wirtschaftskrise profitiert

Ähnlich gut bewertet der "Handelsblatt-Business-Monitor", der im Auftrag der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" und der Unternehmensberatung Droege & Comp. jährlich 1100 Führungskräfte in Europa nach der wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaft in Europa befragt. Hier konnte Deutschland zum wiederholten Male einen Spitzenplatz belegen. Gründe für die Bestnoten sind unter anderem der starke Mittelstand, Rationalisierungen auf Unternehmensseite sowie das insgesamt moderate Lohnumfeld. Dies habe dazu geführt, dass man selbst gegenüber osteuropäischen Wettbewerbern wieder konkurrenzfähig sei.

Last but not least hat auch die Länderstudie "Global Location Trends" von IBM Global Business Services, der Dienstleistungsgesellschaft des Computerspezialisten, Deutschland einen Spitzenplatz als Investitionsstandort bescheinigt. Die Berater registrieren einen starken Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen im Jahr 2009. Denn in ökonomisch schwierigen Zeiten scheuen Unternehmen jedes Risiko und suchen verstärkt nach bekannten, stabilen und verlässlichen Standorten. Daher entstanden im Jahr 2008 rund 26.700 Arbeitsplätze durch 709 ausländische Investitionsprojekte - im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs von mehr als 8000 Arbeitsplätzen.

Immerhin sind die Außenwerber des Bundes mit der privaten Konkurrenz sachlich einer Meinung. "Die Ergebnisse von IBM Global Business Services stimmen mit unseren Erkenntnissen überein. Der Standort Deutschland hat weiter an Renommee gewonnen. Investoren schätzen mehr denn je die sehr gute und verlässliche Qualität des Standorts", kommentierte Michael Pfeiffer, Geschäftsführer von Germany Trade & Invest, die Ergebnisse der privaten Konkurrenz.

Vielleicht aber starten die deutschen Investorenanwerber ja noch nachträglich eine besondere WM-2010-Kampagne. Denn in Sachen Reklame hat die Gesellschaft schon einmal ungewöhnliches Zeitgespür bewiesen: Die zweite Vorgängergesellschaft der Bundeswerber, die Bundesagentur für Außenwirtschaft, hat nach Angaben des Bundesverbands der Steuerzahler noch zwei Tage vor ihrer eigenen bevorstehenden Auflösung als eigenständige Einheit und ohne Hinweis auf ihre Nachfolgegesellschaft halbseitige Anzeigen für ihre Tätigkeit in der überregionalen Tagespresse geschaltet. Getreu dem Motto: Besser spät als nie. Für die verpasste Chance der Fußball-WM 2010 lässt das hoffen.

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