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13.07.2010
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Deflationsgefahr

Die Wagenburg der EZB

Von Arvid Kaiser

Banken, Unternehmen, Privatpersonen, Staaten: Die wahren Schuldenberge
Fotos
Getty Images

2. Teil: Die Antwort: Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Amerika-Bashing

Die Frankfurter Euro-Wächter sehen das ganz anders. "Deflation ist kein Thema für die Euro-Zone als Ganzes", wiegelt EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark ab. Auch die Geldmenge M3 werde nach Ansicht der EZB in den kommenden Monaten wieder wachsen. Von einer Wende möge er zwar noch nicht sprechen, aber teils positive Kreditzuflüsse an die privaten Haushalte seien ein "positives Zeichen".

Besonders stolz ist Stark darauf, dass die EZB den Banken in der Euro-Zone in der vergangenen Woche mehr als 250 Milliarden Euro an Liquidität entziehen konnte, "ohne Marktzerrüttung", wie der Euro-Banker betont. "Die Banken brauchen die zusätzliche Liquidität nicht in dem Maß, wie sie gewährt wurde", folgert er daraus.

Wenn es dem Finanzsektor gut geht, so die Hoffnung, kann die Zentralbank endlich ihre Krisenhilfe zurückziehen und sich wieder voll dem Kampf gegen die Inflation widmen. Das sei "ein wichtiges Zeichen des Vertrauens", sagt Stark.

Vertrauen, Glaubwürdigkeit, das ist die Währung der EZB. Trichet betont, dass die Zentralbank ihre "Glaubwürdigkeit" mit dem Ziel der Preisstabilität erhalte, weil sie das Geld sofort wieder eintreibe, das sie für Staatsanleihen ausgibt. Der zeitgleiche öffentliche Sparkurs werde auch nicht die Wirtschaft abwürgen, sondern im Gegenteil "Vertrauen fördern und letztlich Wohlstand schaffen". Die Inflationserwartungen in der Euro-Zone seien "ganz besonders gut verankert". Im Unterschied zu Amerika, soll das wohl heißen.

In die gleiche Kerbe haut auch Stark. Europas Politiker hätten die Euro-Krise als "Weckruf" verstanden, sagt er. "Der Schlüssel zu zukünftigem Wachstum" gar seien Schuldenabbau und Strukturreformen zusammen. "Ich sehe diese Selbstverpflichtung in anderen führenden Volkswirtschaften nicht."

Die EZB schließt die Reihen. Der interne Streit um das Verhalten in der Euro-Krise scheint beendet, jetzt wehren die Frankfurter Geldpolitiker gemeinsam Kritik von außen, vorzugsweise von angelsächsischen Ökonomen, ab. Nun müssen sie nur hoffen, dass sie mit ihrer Prognose recht behalten und sich die Deflationswolken von selbst verziehen.

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