Samstag, 18. August 2018

Windkraft, E-Autos, Grünfonds Öko-Lügen und andere bittere Wahrheiten

Hält's? Windkraftanlage in Hessen, neu installiert und deswegen erst einmal blitzsauber.

6. Teil: 5. Energiekosten: Die Cent-Illusion

Was kostet die Energiewelt? Im Subventionsbericht der Bundesregierung sind Maßnahmen zur Energieeffizienz, im Wesentlichen die umstrittene Gebäudedämmung, aufgeführt, alles in allem gut zwei Milliarden Euro - Kleckerbeträge. Der Großteil der Aufwendungen findet sich dort nicht, weil sie nicht der Steuerzahler, sondern der Stromkunde begleicht, wiewohl beide in den meisten Fällen ein und dieselbe Person sind: Mal fließt es aus der linken, mal aus der rechten Tasche.

Geradezu verniedlicht wird die offiziell dokumentierte EEG-Umlage. Die Bundesnetzagentur weist sie in Cent pro Kilowattstunde aus. Sie bewegt sich derzeit im Bereich von 7 Cent. Dafür gibt's am Kiosk noch nicht mal eine Schleckmuschel.

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Selten unternimmt mal einer den Versuch, die Kosten in toto aufzulisten. Ein Team um den früheren Chef der Monopolkommission, Justus Haucap, hat sich der Mühe unterzogen. Das Düsseldorfer Institut für Wettbewerbsökonomie schätzte Ende vergangenen Jahres die Gesamtkosten der Energiewende bis 2025 auf 520,5 Milliarden Euro (siehe Grafik). 15 verschiedene Positionen kamen zusammen.

Abgaben, Umlagen, Entgelte, diverse Notfallreserven - ein Dickicht ist mit handelsüblichen Macheten leichter zu durchdringen. Längst empfehlen Ökonomen der künftigen Bundesregierung, das System radikal zu vereinfachen, mehr marktwirtschaftliche Elemente einzuführen. Jeder klimaschädliche Ausstoß, egal wer ihn verursacht hat, soll mit einem einheitlichen CO¿-Preis bestraft werden. Das reiche vollkommen aus. Der Tarif, mit sozialem Ausgleich für Schlechterverdienende, ließe sich auf einem Bierdeckel verewigen.

Ob es so weit und so einfach kommt, ist indes fraglich. Man hat es sich so behaglich eingerichtet in der komplizierten wie kostspieligen Bundeswattrepublik.

Schon wird das nächste Subventionsfass aufgemacht. Die Bauern, als Landbesitzer Hauptprofiteure der Windindustrie, wollen an der Energiewende noch ein bisschen mehr verdienen. Für Erdkabel, die unter ihren Wiesen und Äckern verlegt werden, verlangen sie nicht nur eine Entschädigung für Ernteausfälle, sondern eine jährliche Miete. Mal, lyrisch wertvoll, als "Akzeptanzzahlung" bezeichnet, mal unter dem Titel "Bauernmaut". Wie auch immer die Dreistigkeit benannt wird: Teurer macht sie den Strom auf jeden Fall.

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