Dienstag, 19. Juni 2018

Windkraft, E-Autos, Grünfonds Öko-Lügen und andere bittere Wahrheiten

Hält's? Windkraftanlage in Hessen, neu installiert und deswegen erst einmal blitzsauber.

3. Teil: 2. Elektroauto: Die Dreckschleuder

Die öffentliche Stimmungslage ist eindeutig: Diesel gleich Stinker, Benziner gleich Klimakiller. Das sanft schnurrende Elektroauto, das weder über Motor noch Auspuff verfügt: eine rundum saubere Angelegenheit.

Denkste!

Und trotzdem stürzen sich die deutschen Verbrennungskünstler mit Verve auf das batteriegetriebene Vehikel, wollen den US-Pionier Tesla Börsen-Chart zeigen links, rechts und am liebsten auch noch in der Mitte überholen. Volkswagen Börsen-Chart zeigen, BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen haben bis 2025 rund 150 neue Modelle angekündigt. Die Gefahr ist groß, dass Deutschland nach der übereilten Energiewende beim Verkehr den gleichen Fehler noch mal macht und einer ökologischen Illusion erliegt.

Denn bislang ist das Elektroauto alles andere als umweltfreundlich. Die Produktion verursacht 60 Prozent mehr CO¿-Emissionen als die Herstellung konventioneller Pkw. Vor allem die Batterie, die rund 40 Prozent der E-Autokosten ausmacht, ist eine Umwelt- und Sozialsünde.

Den Rohstoff Kobalt schlagen im bürgerkriegsgeschädigten Kongo Kinder aus der Erde. Die Lithiumförderung in Südamerika verbraucht gewaltige Mengen an Grundwasser.

Kurios, aber wahr: Selbst beim Feinstaub schneidet der Stromer kaum besser ab als der Diesel; der meiste Schadstoff entsteht durch den Abrieb von Reifen und Bremsen, darauf kann selbst ein E-Auto nicht verzichten. Zudem tricksen die Hersteller bei der Fahrleistung von Elektrokarossen genauso dreist wie bei Pkw traditioneller Machart. Die Reichweiten werden meist im städtischen Kriechgang gemessen, in der realen deutschen Autobahnwelt leert sich die Batterie bedeutend schneller.

Der gängige Expertenschnack geht so: Die Ökonachteile bei der Herstellung könne der E-Autofahrer durch "geringere Umweltwirkun-gen in der Nutzungsphase kompensieren", schreibt das Fraunhofer-Institut für Bauphysik. Ja, ist möglich, wird nur sehr schwer mit dem gegenwärtigen Stromcocktail. Der besteht nämlich immer noch zu rund 50 Prozent aus Kohle und Gas. Daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Im Jahr 2020, hat die Unternehmensberatung McKinsey hochgerechnet, stößt ein Elektroauto im Schnitt 107 Gramm CO¿ aus, der EU-Grenzwert liegt dann bei 95.

Erst ab gefahrenen 125.000 Kilometern fällt die Umweltbilanz eines Stromers besser aus als die eines Dieselfahrzeugs. Eine andere Rechnung ist noch verstörender: Würden alle momentan in Deutschland cruisenden Autos zu Elektromobilen und Windstrom tanken, müssten rund 20.000 zusätzliche Mühlen in die deutsche Provinz gestellt werden - irre.

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