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14.08.2013
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Elektroauto
Reithofers Kampf um den BMW i3

Von Michael Freitag

BMW i3: Elektroauto gegen alle Widerstände
Fotos
Dirk Bruniecki für manager magazin

Der BMW i3 ist ein gewagter Sprung in die Zukunft. Ein Inside-Report zeigt, wie Konzernchef Norbert Reithofer das Elektroauto gegen alle Widerstände vorantrieb.

Hamburg - "Wir dachten, wir würden gleich eine Schleichmühle fahren." BMW-Lenker Norbert Reithofer (57) erwartete einen wenig aufregenden Morgen. Der Kalender zeigte den Oktober 2008; im Münchener BMW-Werk stand ein Mini für den Konzernchef zur Probefahrt bereit.

Genauer gesagt: ein Elektromobil, Kofferraum und Rückbank vollgepackt mit Batterien und Elektronik. Ein Versuchs- und Vernunftfahrzeug.

Doch von Langeweile keine Spur. "Wie im Gokart" kurvte Reithofer um die Pylonen. Von da an war ihm klar: BMW Chart zeigen und Elektromobilität, Fahrvergnügen aus der Steckdose: Das könnte funktionieren.

Die Probefahrt im Mini E war für Norbert Reithofer der erste Test seiner Zukunftsstrategie. Die BMW-Führung wollte eine Revolution auf vier Rädern, ein Stadtauto - "kompromisslos fast bis zum Schwachsinnigen", wie ein Rivale halb kopfschüttelnd, halb bewundernd bemerkt.

Vorstellung auf drei Kontinenten

Viereinhalb Jahre später steht das Ergebnis in einer unscheinbaren Gewerbeimmobilie im Münchener Umland: der i3. Nach der ersten, in London, New York und Peking parallel zelebrierten Produktshow Ende Juli soll der Öko-BMW auf der Frankfurter Automobilausstellung IAA im September der Welt präsentiert und im November bei ausgesuchten Händlern stehen. Hier in Kirchheim, ausgerechnet in der Benzstraße, wartet er im gleißenden Scheinwerferlicht auf ein Fotoshooting.

Die Karosserie, Türen, Dach, Front- wie Rückseite: mit schwarzem Plastik beplanktes Carbon, aufgesetzt auf einen Unterbau aus Aluminium - eine Autoarchitektur, wie es sie noch nicht gab.

Der Antrieb: ein 170 PS starker Elektromotor, befeuert von einem rund 7000 Euro teuren Akkupaket. Massive 255 Kilogramm Batteriezellen, flach über den kompletten Unterboden verteilt (siehe Grafik links).

Die Reichweite: gut 160 Kilometer; selbst mit einem ab Mitte 2014 zusätzlich verfügbaren Zweizylinder-Motorradmotor nur 130 Kilometer mehr.

Ein reiner Stadtwagen eben, Höchstgeschwindigkeit sehr rationale150 Kilometer pro Stunde, dafür höchst emotionale 3,9 Sekunden Beschleunigungszeit von 0 auf 60. Vollgestopft mit Internetapplikationen und Spezialprogrammen, im Innenraum unbehandelte Carbonfaser, Holz aus nachhaltigem Anbau, mit Olivenblattextrakt gegerbtes Leder. Last but not least: Gebaut wird der i3 in Leipzig natürlich mit Windstrom.

Das Auto sollte Benchmark sein. "Antrieb und Energieverbrauch, Gewicht und Produktion: Wir wollten möglichst viele innovative Teile selbst entwickeln und bauen, den Produktions- und Entwicklungsprozess kontrollieren", sagt BMW-Produktionsexperte Daniel Schäfer (44). Und irgendwie rechnen solle sich der Wagen auch.

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