Samstag, 23. März 2019

Vergütung Welche Konzernchefs ihr Geld wert sind

Schwere Jungs: Was Dax- und MDax-Chefs leisten
DPA

Die Einkommensverhältnisse im deutschen Topmanagement haben sich grundlegend verschoben. Viele M-Dax-Fürsten haben beim Gehalt zuletzt kräftig zugelegt. Zu Recht? Eine Leistungsbilanz der deutschen Managerelite.

Hamburg - Wenn in den vergangenen Wochen von den Großverdienern unter Deutschlands Topmanagern die Rede war, fielen stets die Namen Martin Winterkorn (VW; 15,8 Millionen Euro), Dieter Zetsche (Daimler Börsen-Chart zeigen; 8,4 Millionen) oder Bill McDermott (SAP Börsen-Chart zeigen; 8 Millionen). Tatsächlich lässt sich auch in der zweiten Unternehmensliga vortrefflich verdienen; Mathias Döpfner (Springer; 8,6 Millionen) oder Tom Enders (Airbus; 8,1 Millionen) gehören ebenfalls zu den am höchsten dotierten Konzernchefs der Republik.

Die Gehaltsabrechnung in den Geschäftsberichten offenbart eine grundlegende Verschiebung der Einkommensverhältnisse im deutschen Topmanagement: Spitzenverdiener kommen nicht mehr automatisch aus einem Dax-Konzern. Von den 30 bestbezahlten deutschen Vorstandschefs spielen nur noch 22 in der obersten Konzernliga. Die restlichen acht arbeiten eine Etage tiefer bei einer M-Dax-Firma.

Für die Aktionäre ist der Gehaltsschub bei den M-Dax-Fürsten eher eine schlechte Nachricht: Gemessen an der Relation aus Gehalt und Leistung schneiden die Topverdiener aus der zweiten Reihe schlechter ab als die Könige der deutschen Konzernelite. Das belegt die Pay-Performance-Analyse, die manager magazin zusammen mit Professor Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität jährlich erstellt. Da die Untersuchung die Kriterien Leistung und Bezahlung eng miteinander verknüpft, offenbart sie, welche Konzernchefs ihr Geld wirklich wert sind und welche nicht.

Deutsche-Bank-Chefs schneiden schwach ab

Danach schaffen es nur Günther Fielmann Börsen-Chart zeigen und Airbus-Chef Tom Enders, ihre Spitzengehälter mit Hochleistungsmanagement zu untermauern. Ex-SGL-Carbon-Chef Robert Koehler und Brian Sullivan, Nummer eins des Bezahlsenders Sky Börsen-Chart zeigen, lieferten dagegen trotz Vergütungspaketen von 5,4 und 6,1 Millionen Euro rote Zahlen ab. Der Rest ihrer M-Dax-Kollegen landet mit seiner Performance irgendwo im hinteren Mittelfeld (siehe Tabelle oder zur Einordnung klicken Sie hier).

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet Elmar Degenhart, die Nummer eins des Autozulieferers Continental Börsen-Chart zeigen. Während er in der Rangliste der Topverdiener mit rund vier Millionen Euro nur auf Platz 29 liegt, fuhr er mit einer risikobereinigten Börsenrendite von 74,1 Prozent mehr für seine Aktionäre ein als die meisten anderen Dax-Chefs.

Weniger erfreulich ist das Resultat für die Aktionäre der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen. Deren Anführer Jürgen Fitschen und Anshu Jain schafften mit 50 Prozent zwar den höchsten Gehaltssprung aller Dax-Größen, brachten aber risikobereinigt weder eine positive Eigenkapitalrendite noch eine Börsenperformance über der Nulllinie zustande. "Leistung aus Leidenschaft", der Slogan des Geldkonzerns, mag da nicht so recht passen.

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