Dienstag, 22. Januar 2019

Tech-Industrie Hidden Champions - Deutschland ist digitaler als sein Ruf

Hidden Champions: Deutschland ist digitaler als sein Ruf
Corbis

5. Teil: Der Konezept geht auf - Investitionen steigen

Das Muster der deutschen Digital-Champions ist klar erkennbar: erst einmal mit spürbaren Umsätzen und echten Gewinnen beweisen, dass ein Geschäftsmodell trägt. Dann mit Risikokapital (VC) weltweit expandieren. Diese Mixtur aus deutscher Solidität und amerikanischem Wagemut schlägt sich auch im Engagement der Venture-Capitalisten nieder: 2015 investierten sie hierzulande 3,1 Milliarden Euro, fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor.

Elf Millionen Euro davon gingen 2014 an Philip Rösch-Schlanderer. Der Gründer von E-Gym will mit dem Geld das "Beste aus beiden Welten" vereinen. Seine vernetzten Fitnessgeräte produziert er im schwäbischen Hettingen. Die zugehörigen Apps der E-Gym-Cloud stammen aus einem Office in Berlin. Mit dem Verkauf der Maschinen an rund 1000 Studios erwirtschaftete er 2015 etwa 25 Millionen Euro Umsatz. Mit dem Geld von Highland Capital Partners treibt er nun den internationalen Roll-out voran.

Egal wo man hinschaut, der Ehrgeiz der deutschen Digitalentrepreneure wächst exponentiell. Mario Kohle, Chef der Onlineplattform Käuferportal, die beratungsintensive Investitionsgüter an Privatleute vermittelt, hat sein Ziel stets vor Augen. Auf dem Schreibtisch in seinem Berliner Büro liegt die Biografie seines großen Vorbilds. Nein, es ist nicht die Lebensgeschichte von Steve Jobs. Das Buch heißt "Ein Unternehmer und sein Unternehmen". Es handelt von einem Herrn namens Reinhold Würth, auch bekannt als "der Schraubenkönig".

© manager magazin 3/2016
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