Samstag, 28. Mai 2016

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Technologie Not made in Germany

Technologie: Not made in Germany
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Daimler

Die besten und billigsten Batteriezellen für Elektroautos kommen aus Korea. Gehen Audi, BMW und Mercedes damit ein unkalkulierbares Risiko ein?

Hamburg - Geht es demütigender? Irgendwo in eine Vorstadt Yokohamas, in einen fensterlosen Raum eines anonymen Bürogebäudes, hatten die japanischen Gastgeber Daimlers damaligen Strategievorstand Rüdiger Grube (heute 62) dirigiert. Dort mussten er und seine Kollegen sich mit angeblichen Batterieexperten der japanischen Konzerne Nissan und NEC an einen Tisch setzen. Deren Hierarchieebene? Unbekannt. Ihre Befugnisse? Ebenso.

Frustriert flogen Grube und seine Mannschaft zurück nach Stuttgart. Einen Batterielieferanten hatten sie gesucht, einen Partner, der Toptechnologie für Elektroautos bereitstellt und garantiert, dass Mercedes die Autos der Zukunft mit den bestmöglichen Antrieben ausstatten kann.

Gezeigt wurde den Deutschen: nichts. Nicht einmal in die Nähe der Produktion waren sie gekommen. Die Botschaft der Japaner war unmissverständlich: AESC, das Gemeinschaftsunternehmen von Nissan Börsen-Chart zeigen und NEC Börsen-Chart zeigen, das als Technologievorreiter gilt, wollte Daimler Börsen-Chart zeigen nicht beliefern.

Daimler setzt auf Zelltechnik made in Germany - und scheitert

Anderswo lief es ähnlich: Panasonic Börsen-Chart zeigen? Zu nah an Toyota Börsen-Chart zeigen. Sony? Wollte nicht in Großzellen investieren. LG und Samsung Börsen-Chart zeigen zeigten dagegen maximales Interesse. Sie aber waren den Deutschen nicht gut genug.

Und so entschied sich Daimler-Chef Dieter Zetsche (heute 61) für einen zelltechnischen Dreiklang. In den USA beteiligten sich die Stuttgarter am Neuling Tesla Börsen-Chart zeigen. In China verbündete man sich mit dem ehrgeizigen Batterie- und Autohersteller BYD Börsen-Chart zeigen. Die elektromobile Vorherrschaft gewährleisten aber sollte Zelltechnik made in Germany. Gemeinsam mit dem Essener Chemiekonzern Evonik Börsen-Chart zeigen gründete Daimler im sächsischen Kamenz das Joint Venture Li-Tec. Denn Zetsche wollte die besten Batterien für seine künftigen Elektroautos.

Heute, sechs Jahre später, ist alles anders gekommen als erwartet. Nicht nur weil Rüdiger Grube inzwischen dem Vorstand der Deutschen Bahn vorsitzt. Li-Tec, seit dem Frühjahr zu 100 Prozent Daimler-Eigentum, steht vor dem Aus. Tesla ist mehr Konkurrent als Kooperationspartner, BYD eher Patient als Helfer. Und woher kommen nun die Batteriezellen für den nächsten Elektro-Smart? Höchstwahrscheinlich aus Korea. Ausgerechnet!

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