Sonntag, 19. November 2017

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Streaming-Dienst Wird Spotify den eigenen Erfolg überleben?

Da ist Musik drin: Spotify und die wichtigsten Streamingdienste
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Getty Images for Spotify

Der Gründer Daniel Ek hat der Musikindustrie ein Comeback beschert. Wird sein Unternehmen den Erfolg überleben?

Die folgende Geschichte stammt aus der Ausgabe 3/2017 des manager magazins, die Ende Februar erschien. Wir veröffentlichen sie hier als Kostprobe unseres Journalismus' "Wirtschaft aus erster Hand". Damit Sie künftig früher bestmöglich informiert sind, empfehlen wir ein Heft-Abo.

Früher waren es Radio-DJs und MTV-Moderatoren, die einen Song zum Hit machten. Heute sind es "Kuratoren" wie Manuela Wurm (32). Die Österreicherin mit der Bobfrisur sitzt im Berliner Büro des Streamingdienstes Spotify nahe dem Potsdamer Platz und klickt sich durch ihre digitale Plattensammlung. Wurm ist für die Zusammenstellung von Liederlisten wie "Sonne" oder "Swag!" verantwortlich, die oft mehrere Hunderttausend Abonnenten haben. Ihr Ziel: Die Spotify-Nutzer sollen nahtlos Song an Song hören, so lange wie möglich.

Für Labels und Künstler funktioniert ein Platz auf Wurms Playlists wie früher ein TV-Auftritt. Ohne Unterstützung der Spotify-Redaktion wird heute kein Lied mehr zum Chartwunder. Und wer es sich mit den Schweden verscherzt, hat ein Problem. "Da gibt es regelrechte Blacklists", sagt ein Labelmitarbeiter. "Wenn du einen Exklusivdeal mit einem anderen Streamingdienst machst, musst du dich nicht wundern, wenn du bei Spotify nicht stattfindest."

US-Sängerin Katy Perry bekam im vergangenen Sommer die Macht der Schweden zu spüren, als sie es wagte, ihre Single "Rise" eine Woche lang exklusiv auf Apple Music zu veröffentlichen. "Rise" war offizieller Olympia-Song von Fernsehsendern wie NBC oder dem ZDF - doch Spotifys Kuratoren taten einfach so, als wäre er irrelevant.

Was folgte, war eine Lektion darüber, wer im Musikbusiness heute das Sagen hat: Perrys Single floppte. In wichtigen Märkten schaffte es "Rise" - trotz ausgiebiger Werbung während der Wettkampfübertragungen - nicht einmal in die Top Ten (UK: 25; Deutschland: 39; Italien: 51).

Spotify bestreitet, die Playlists für Bestrafungsaktionen zu missbrauchen. Tatsächlich aber bleibt Labels wie Universal nichts anderes übrig, als ihre Manager ans Telefon zu setzen, um Kuratorinnen wie Wurm zu bezirzen. "Playlist-Marketing" nennt sich das.

Im Jahr 2017 geht im Musikbusiness nichts mehr ohne Spotify. Der Dienst hat die Branche revolutioniert und den Markt quasi neu erfunden, so wie das bereits Facebook Börsen-Chart zeigen und Google Börsen-Chart zeigen in ihren Sektoren gelungen ist. Nahezu im Alleingang hat Spotify das darbende Musikgeschäft reanimiert und die illegalen Downloads abgeschüttelt. Vor allem dank Spotifys Tantiemen wachsen die Umsätze der Labels wieder.

2015 gingen sie um 3 Prozent nach oben, das erste Mal seit 1999. Analysten prophezeien bereits ein neues Goldenes Zeitalter. Die Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen rechnet bis 2030 mit einer Verdopplung der Erlöse.

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