Donnerstag, 19. Oktober 2017

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Die besten Reisen zu Filmsets Die Set-Jetter - wo Serienjunkies glücklich werden

Film-Tourismus: Ferien für Set-Jetter
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Reisen zu den Filmsets der Serien von HBO, Netflix und Amazon boomen. Ein Geschäft mit der Sucht - von Island bis Utah.

Die folgende Geschichte stammt aus der Ausgabe 9/2017 des manager magazins, die Ende August erschien. Wir veröffentlichen Sie hier als Kostprobe unseres Journalismus' "Wirtschaft aus erster Hand". Damit Sie künftig früher bestmöglich informiert sind, empfehlen wir ein Heft-Abo.

28 Prozent der Deutschen schauen täglich oder fast täglich Serien, wie jüngst eine repräsentative Studie zeigte. Und sie bekommen immer wieder neues Futter von der Filmindustrie: Am 13. Oktober startet die mit Spannung erwartete Serie "Babylon Berlin" auf Sky, das Star-Trek-Universum ist seit kurzem um die Geschichte der "Discovery" reicher, und die Kultserie "Game of Thrones" ist in die letzte Staffel gegangen. Das Geschäft mit der Sucht spielt sich aber nicht nur auf dem Bildschirm ab: Auch Reiseanbieter verdienen gut mit Trips zu den Filmsets der Serien von HBO, Netflix und Amazon.

Die Geschichte spielt nach dem Ende der Welt, wie wir sie kennen. Ein Roboterpark, in dem alles erlaubt ist - Cyborg-Barmädchen vergewaltigen, Robotercowboys über den Haufen schießen, richtig böse sein. Alles geht in "Westworld", bis die Cybersklaven anfangen, sich zu wehren.

Eine künstliche Welt, aber das Ganze in großartiger Landschaft: rote Felsenwüste, kathedralenartige Gesteinsformationen, Canyons, Flüsse, Geisterstädte, altes John-Wayne-Land, Westernidylle. Allein schon die Namen: Fisher Valley, Castle Valley, Dead Horse Point - und sofort stellt er sich ein, der Book-me-a-flight-Reflex. Da will man hin. Und auf jeden Fall reiten.

Kein Problem: MH Cowboy (so heißt die Firma) in Moab bietet Ausritte durch die Gegend an. Man kann mit dem Lasso Rinder fangen. Schon gibt es die erste Pauschaltour, elf Tage Utah mit Cessna-Flug, Hummersafari, Canyonrafting und Übernachtung im "Amangiri", einem der vielleicht schönsten Hotels überhaupt, fast eins mit den Felsen, puristisches Design, für 7540 Dollar pro Person, ohne Flug. Buchbar über Black Tomato, ein Luxusanbieter mit Sitz in New York, einer der Pioniere des Serientourismus.

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Auch im Programm: Reisen auf den Spuren von "The Crown" (6500 Dollar), "Game of Thrones" (Island/Irland: 9750, Island/Kroatien 8645 Dollar), "The Bridge" (5330 Dollar) und, der Knaller, "The Young Pope" (29.900 Dollar).

Serie sells. Es gibt allein mehr als zwölf Millionen "Westworld"-Junkies. Ab Oktober wird die zweite Staffel in Utah gedreht, dem US-Bundesstaat waren das 780.000 Dollar Steuererleichterung für den Sender wert. Hollywoodstar Anthony Hopkins, der in der Serie Dr. Ford heißt und der gottgleiche Schöpfer des Parks ist, glaubt, die DNA der Serienfans entschlüsselt zu haben: "Wer sie sind, wissen sie schon. Aber nicht, wer sie sein könnten."

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