Montag, 17. Dezember 2018

Manager als Rennfahrer Die Feuerfesten

Autosport: Wo Manager sich als Rennfahrer versuchen
DPA

Werktags lenken sie Unternehmen, am Wochenende Sportwagen. Unter Spaß verstehen ungewöhnlich viele Manager Gas (geben). Und zahlen dafür jeden Preis.

Marcus von Oeynhausen

Der Pilot des Jaguar E-Type, korrekter Titel: Graf von Oeynhausen-Sierstorpff, leitet im wahren Leben eine familieneigene Unternehmensgruppe in Bad Driburg, zu der unter anderem das Hotel "Gräflicher Park" gehört. Dort hat der 53-Jährige Deutschlands erste private Rennstrecke Bilster Berg eröffnet. Der kurvenreiche Rundkurs, von Streckenarchitekt Hermann Tilke entworfen, führt auf 4,2 Kilometern Länge um einen Gipfel des Teutoburger Waldes. Der E-Type von Oeynhausens "Gotcha"-Team ist eines von nur zwölf gebauten Rennmodellen des Sportwagens aus den 60ern. Mit Alukarosserie und -motor wiegt der Bolide gerade mal 920 Kilo. Sein Sechszylinder leistet 338 PS

Heinz Schmersal

Der 68-Jährige nennt sich selbst einen "rennverrückten Opa". Tatsächlich ist der Geschäftsführer einer der größten Hersteller für Sicherheitsschalter und -systeme oft der älteste Starter im Feld. In den 60ern hat Schmersal zunächst einen VW-Käfer für die Piste frisiert, danach einen Ford Börsen-Chart zeigen Capri RS 2600 umgebaut. Zu seinen jüngsten Rennwagen gehörte ein Mercedes SLS AMG mit 571 PS, den Schmersal selbst "vor die Wand gesetzt hat", ein Lambo Gallardo, ein BMW Börsen-Chart zeigen Z4 und ein Honda Börsen-Chart zeigen S 2000. Heute fährt er mit seinem Team einen Audi Börsen-Chart zeigen TT RS mit 380 PS, der seitlich noch "Kampfspuren" vom Einsatz bei einem Langstreckenrennen auf dem Nürburgring aufweist. Dort ist Schmersal rund zehnmal pro Jahr im Einsatz.

Hans Guido Riegel

Vier Jahre gastierte der Bonner Gummibärenoligarch als Pilot beim firmeneigenen Rennstall Haribo Racing. Seit sein Onkel, Patriarch Hans Riegel, im vergangenen Herbst verstarb, muss sich der 49-jährige vermehrt um die Geschicke des Unternehmens kümmern, er verantwortet dort Produktion und Technik.

Gustav Edelhoff

Sein erstes Rennen fuhr der 54-Jährige mit 14, damals noch auf einem Motorrad. Heute sitzt er bei 24-Stunden-Rennen meist hinter dem Steuer eines Cup-Porsche Börsen-Chart zeigen mit 460 PS. Edelhoff leitet die Lobbe-Gruppe in Iserlohn, einer der größten Entsorger der Republik. Ein paar Jahre hat er pausiert vom Rennbetrieb, die Kinder waren klein, zudem musste er sich mit aller Kraft um den Aufbau der Firma kümmern. Jetzt läuft alles. Für seine Rückkehr ins Cockpit hat er 14 Kilo abgenommen, sein Trainingsgerät steht daheim vorm Fernseher. Zu den Rennen reist Edelhoff im Wohnmobil, das fühlt sich für ihn an wie Urlaub.

Ja, es gibt sie noch: Männer, die ihre Lust auf Geschwindigkeit nicht nur sonntags beim Formel-1-Gucken ausleben, sondern hinterm Steuer und auf der Rennstrecke. Heinz Schmersal etwa, Geschäftsführer eines Elektrotechnikunternehmens. Sein Team: Car Collection, sein Auto: ein Audi TT RS, 380 PS (den 400.000-Euro-Mercedes SLS AMG hat er in Barcelona bei einem Unfall zerlegt).

Oder Gustav Edelhoff, Chef einer der größten deutschen Entsorger, Porsche GT3, 460 PS. Oder Marcus von Oeynhausen, Rennstreckenbetreiber, Jaguar E-Type, 338 PS. Oder Eckhard Geulen, Direktor bei der Wirtschaftsauskunftei Bisnode, Cup-Porsche, 460 PS. Oder Hans Guido Riegel, Neffe des legendären Gummibärchentycoons Hans Riegel (Haribo).

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