Donnerstag, 25. August 2016

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Mobile Payment Wie Apple und Google das Bargeld abschaffen

Mobile Payment: Wer im Milliardenmarkt das Sagen hat
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Apple, Google, Amazon und Co. wollen das Bargeld abschaffen und bedrohen damit das Kerngeschäft der Banken. Wer gewinnt den Kampf um den Milliardenmarkt Mobile Payment?

Hamburg - Rohe Backsteinwände, Lampen im Industriechic - die Kaffeebar "Patolli" in München orientiert sich an ihren Vorbildern in San Francisco oder Berlin. Vor allem was das Bezahlen von Latte macchiato oder Cappuccino angeht: Der Gast checkt via Paypal-App in die Kasse ein, und schon werden die 3,40 Euro für das Glas aufgeschäumte Milch mit Espresso abgebucht.

Ein erster Vorbote der Einkaufswelt von morgen: Geht es nach Paypal oder Apple Börsen-Chart zeigen, gilt beim Shopping schon in wenigen Jahren Bares nicht mehr als Wahres. Statt mit Münzen, Scheinen oder Plastikkarten sollen die Verbraucher die Rechnung für Pizza, Parkschein oder Polohemd aus einer digitalen Geldbörse begleichen, in der Konto- oder Kreditkartendaten verschlüsselt hinterlegt sind.

Bezahlen mit Piep: Einfach Handy oder Smartwatch an das Kassenterminal halten, ein Signal ertönt, erledigt - der gesamte Check-out-Vorgang dauert eine Sekunde. Der Bon wird von der smarten Wallet-Software in ein virtuelles Haushaltsbuch einsortiert. In Pappschachteln nach Quittungen wühlen, Geschenkgutscheine vergessen, Garantiezettel verlieren - die digitale Brieftasche eliminiert viele Unannehmlichkeiten des herkömmlichen Zahlungsverkehrs.

Tempo, Kontrolle, Sicherheit

Tempo, Kontrolle, Sicherheit - mit diesen Versprechen versuchen die Propheten des Mobile Payment, die Konsumenten schon länger zu überzeugen, Cash und Karten abzuschwören. Doch seit Apple-Chef Tim Cook im September die jüngsten iPhone-Modelle vorgestellt hat, wird es ernst.

Die Bezahlfunktion Apple Pay könnte jene Marktmacht entwickeln, die Konsumenten zur Aufgabe alter Gewohnheiten bewegt. Auch Google Börsen-Chart zeigen, Facebook Börsen-Chart zeigen, Amazon Börsen-Chart zeigen, Twitter Börsen-Chart zeigen sowie fast alle großen Mobilfunkanbieter haben Bezahlsysteme entwickelt oder werden sie in Kürze anbieten.

Ein Milliardengeschäft lockt. Derzeit erwirtschaften die Banken mit der Zahlungsabwicklung weltweit mehr als 1000 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Rund ein Drittel ihres gesamten Geschäfts generieren sie mit Provisionen, Überziehungszinsen oder Darlehen auf Kreditkarten. Daran wollen Internetgiganten und Telekomkonzerne partizipieren.

Vor allem aber geht es für Apple, Google und Co. um eines: Die Datensammler wollen den Kunden in der Realwirtschaft genauso durchleuchten, wie sie es in der Onlinesphäre tun. Der Offlinehandel ist ihr nächstes großes Ziel.

Wer gewinnt diesen Kampf ums Portemonnaie? Und wer verliert, wenn niemand mehr Bargeld bei sich trägt?

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