Mittwoch, 1. Juni 2016

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Microsoft Die Reifeprüfung - ist Microsoft-Chef Nadella der neue Steve Jobs?

Neustart: Unter Satya Nadella ist Microsoft offener und innovativer geworden - ob die Strategie "Mobile first, Cloud first" fruchtet, wird sich Ende Januar zeigen

Satya Nadella hat den 40 Jahre alten Softwaregiganten Microsoft neu gestartet. Jetzt fehlen ihm nur noch Erfolgszahlen à la Steve Jobs.

Die Charmeattacke funktionierte: makelloses Businessoutfit, gewinnendes Lächeln, die Botschaft voll aufs Publikum zugeschnitten. Weil er das Bedürfnis der Deutschen nach Datensicherheit kenne, erklärte Microsoft-Chef Satya Nadella (48) vor Partnern und Kunden in Berlin, werde er hierzulande große Rechenzentren einrichten. Eines in Magdeburg und eines in Frankfurt. Treuhänderisch verwaltet von T-Systems. So könnten die deutschen Kunden bedenkenlos von den gigantischen Wachstumschancen profitieren, die seine "Mobile first, Cloud first"-Strategie biete.

Brausender Applaus. Binnen wenigen Minuten hatte Satya Nadella, der smarte Typ mit der sanften Stimme, das Publikum von sich und seiner Firma überzeugt. Nicht wenige der Anwesenden verglichen sein Charisma mit jener Strahlkraft, die einst von Apple-Übervater Steve Jobs ausging.

"Alle Menschen befähigen, mehr zu tun und mehr zu erreichen" - mit diesem Versprechen einer immerwährenden Produktivitätssteigerung will der CEO den 40 Jahre alten Softwaredinosaurier wieder zu altem Glanz und alter Größe führen. Gerade so, wie es Jobs Anfang des Jahrtausends mit dem damals maroden Apple-Konzern gelang.

Den Neustart hat Microsoft Börsen-Chart zeigen bitter nötig. Das Internetzeitalter ließ den Quasimonopolisten der PC-Ära zum Anachronismus werden. Sein Betriebssystem Windows, das einmal mehr als 90 Prozent aller Rechner beherrschte, bringt es in der mobilen Ära auf bestenfalls 45 Prozent Marktanteil. Tendenz sinkend, der Absatz der traditionell mit Windows ausgestatteten Desk- und Laptops geht weiter zurück.

Microsoft spielt mobil kaum eine Rolle - und auch Office ist bedroht

Auf Smartphones und Tablets, die heute zumeist das persönliche Computing erledigen, dominiert mit gut 60 Prozent Verbreitung das Betriebssystem Android von Google Börsen-Chart zeigen, pardon Alphabet. Apple Börsen-Chart zeigen hält mit iOS fast 24 Prozent. Microsoft spielt in dem mobilen Boommarkt mit knapp 2 Prozent Marktanteil so gut wie keine Rolle.

Der zweite Megaseller aus Redmond, das Office-Paket mit Anwendungen wie Excel, Powerpoint oder Word, wird zunehmend von Gratis-Angeboten aus dem Web angegriffen. Branchengiganten wie Alphabet, Apple und Facebook Börsen-Chart zeigen sowie Newcomer wie Dropbox bedrohen hier Microsofts Dominanz.

Eine gefährliche Gemengelage, zumal der cholerische Langzeit-CEO Steve Ballmer die Vorherrschaft mit Zähnen und Klauen zu verteidigen versuchte, statt Neues zu liefern. Seit der Übernahme durch Nadella hat sich zumindest das Image von Microsoft wieder eindeutig verbessert.

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