Dienstag, 23. Oktober 2018

Luftfahrt Wie die Lufthansa von der Schwäche der Golf-Airlines profitiert

Luftfahrt: Fata Morgana
imago

5. Teil: Pakt mit Golf-Carriern

Der Trend der vergangenen Jahre ist eindeutig: die Lufthansa gewinnt im Nordasien-Verkehr Marktanteile dazu, auch dank Joint Ventures mit Air China und der japanischen ANA. In Südasien hingegen hat sie immer weniger zu melden. Dort spielen die Golf-Größen ihre Stärke aus. Allein 2015 sank die Flugkapazität von Frankfurt nach Südostasien laut Zahlen des Beratungshauses Prologis um 18,8 Prozent.

Ein Pakt mit einem Golf-Carrier könnte die verloren gegangenen Märkte wieder näher an die Lufthansa rücken. Wenn sich die Araber dann im Gegenzug in Nordasien zurückhielten, hätten beide einen Vorteil.

Dabei ist längst nicht ausgemacht, dass es wirklich zur Verbrüderung mit Etihad kommt. Wirtschaftlich wichtiger wäre ein Agreement, das den Riesen Emirates berechenbar macht. Aber auch da scheint Spohr auf einem guten Weg zu sein. Und der führt über Etihad.

Die Kooperation mit der Abu-Dhabi-Linie erhöht den Druck auf den Nachbarn in Dubai. Emirates könnte schließlich gezwungen sein, mit Etihad zusammenzurücken und die fällige Konsolidierung am Golf einzuleiten. Die beiden Marken dürften zwar weiter bestehen, doch im Hintergrund könnte sich eine vereinte Dachgesellschaft bilden - mit der Lufthansa als einflussreichem Widerpart in Europa.

Die arabischen Falken wären dann so gut wie handzahm.

© manager magazin 3/2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH