Freitag, 16. November 2018

Wandel zum Agrarstaat Italiens Neustart - Fressen für den Aufschwung

Italien: Gute Geschäfte mit Cucina italiana
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4. Teil: Vorzeigeunternehmen Eataly

Als eines der Vorzeigeunternehmen für die kommende Ära haben die Strategen die Kette Eataly auserkoren. Die Filiale im ehemaligen Terminal des römischen Bahnhofs Ostiense gibt allen Grund zur Hoffnung, dass Italiens Küche das Zeug zum globalen Triumphzug hat. Auf vier Stockwerken versorgen 500 Köche, Kellner und Barista in insgesamt 23 Restaurants die Kundschaft mit allem, was die Cucina italiana zu bieten hat. Hunderte Schinken baumeln von der Decke, in den Regalen stapeln sich Käselaibe und edle Weine.

Eataly, gegründet 2004 vom früheren Elektrohändler Oscar Farinetti, erwirtschaftet 2014 in seinen knapp 30 Filialen von Dubai bis New York bereits 400 Millionen Euro Umsatz. Ein Börsengang ist geplant. In Bologna wird 2015 während der Expo ein Themenpark mit über 100 Restaurants, Versuchsküchen und Geschäften entstehen, der jährlich bis zu zehn Millionen Besucher anlocken soll.

Zweitwichtigste Branche des Landes

Für den mit Premier Renzi befreundeten Farinetti hat Italien lediglich ein Marketingproblem. "Die Italiener müssen endlich lernen, eine Geschichte zu erzählen", sagt er. Dann werde sein Land in zehn Jahren die "florierendste Volkswirtschaft Europas" sein.

Einem Menschenfänger wie Farinetti glauben sie gern in Italien. Denn anders als etwa in Deutschland sind Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie über die Jahrzehnte relevante Wirtschaftszweige geblieben. Die beiden Sektoren tragen rund 270 Milliarden Euro zum italienischen Bruttoinlandsprodukt bei, fast 17 Prozent.

Die Nahrungsmittelbranche ist die zweitwichtigste Branche des Landes, beinahe 400.000 Italiener stellen Schinken, Wein und andere Spezialitäten her. Die Krise der vergangenen Jahre hat die Ernährungsindustrie kaum getroffen, die Umsätze der Branche sind seit 2007 um immerhin noch 17 Prozent gestiegen.

© manager magazin 1/2015
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