Montag, 10. Dezember 2018

Milliardenzauber Die wilden Geschäfte des Lars Windhorst

Finanzartist: Auf wen Windhorst zählen kann - und auf wen nicht
DPA

6. Teil: "Fast schon Erpressung"

Kaum hatte Whyte bei Sapinda angeheuert, brachte er die Anleihegläubiger des damals wankenden Goldschürfers Petropavlovsk gegen sich auf. Der Vorwurf: versuchtes "Green Mailing". Zu Deutsch: fast schon Erpressung. Sapinda hatte Aktien der in London gelisteten Gesellschaft erworben, die er sich inklusive einer Lästigkeitsprämie abkaufen lassen wollte. Daraus wurde nichts. Beim Abstimmungstermin stellte sich heraus, dass Whyte und Windhorst die Aktien gar nicht physisch besaßen. Die Bank hatte die georderten Papiere nicht rechtzeitig geliefert.

Nur selten schreckt Windhorst vor schlechtem Leumund zurück. So wie im Fall von James (Jim) Giffen (74), Eigentümer und Chef der in New York ansässigen Beraterbank Mercator Corporation. Es lohnt sich, die Geschichte nachzuerzählen, weil sie zeigt, wie unbekümmert das ewige Wunderkind agiert.

Die Sache mit James Giffen

Der Amerikaner Giffen war im Jahr 2010 zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er kasachische Behörden - angeblich mit Billigung der CIA - bestochen hatte. Anfang 2014 traf sich Windhorst auf Empfehlung eines Bekannten mit Giffen auf seiner Jacht "Global" in karibischen Gewässern. Man besprach Investmentmöglichkeiten in Europa, Afrika, dem Nahen Osten und Asien.

Am Ende verabredeten die Herren eine langfristige Zusammenarbeit. Giffen sollte "Beratungsdienstleistungen in Zusammenhang mit Investmentgelegenheiten" erbringen. Überdies sollte Giffen eine Sapinda-Außenstelle in New York einrichten. Vorgesehene Vergütung für Giffen: 700.000 Dollar plus Bonus. Weitere 300.000 waren für Angestellte vorgesehen, wie Windhorst nach dem Treffen per E-Mail an den neuen Partner schrieb.

Im Februar und Mai reiste Giffen zu Besprechungen nach London - und wurde von Windhorsts Leuten äußerst unterkühlt empfangen. Jedenfalls stellte Giffen daraufhin eine Rechnung und reichte später in New York Klage wegen Vertragsbruchs ein. Windhorst will erst im Nachhinein die Vergangenheit des Beinahegeschäftspartners gegoogelt und deshalb einen Rückzieher von seinem Angebot gemacht haben. Womöglich haben ihn auch seine Aufsichtsräte zur Abkehr bewogen.

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