Montag, 11. Dezember 2017

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Klaus-Michael Kühne über das Leben im Hotel "Kein Bildschirm im Bad!"

Klaus-Michael Kühne: Milliardär mit Sport-Faible
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DPA

Multimilliardär Klaus-Michael Kühne und Gattin Christine über das Leben im Hotel - dem eigenen.

Das folgende Interview stammt aus der August-Ausgabe 2016 des manager magazins.

Mit dem Bauaufzug geht es an nacktem Beton vorbei in die Dachetage des "Fontenay" - Klaus-Michael Kühnes aktuelles Lieblingsprojekt. Zwischen Dämmwolle werden Kekse und Apfelsaft gereicht, eine Säge kreischt. Anfang 2017 soll die neue Luxusherberge an Hamburgs Außenalster bezugsfertig sein. Ehefrau Christine ist bei dem Gespräch an Kühnes Seite - wie fast immer.

manager magazin: Herr Kühne, Sie bewegten sich stets in harten Männerwelten: Logistik, Hapag-Lloyd, HSV. Jetzt geht's um Frühstücksporzellan und Schminktische - nicht wirklich Ihr Ding, oder?

Klaus-Michael Kühne: Da täuschen Sie sich. Hotels zu bauen macht mir durchaus Spaß. Auf Mallorca haben meine Frau und ich das Interieur unseres Hotels ebenfalls mitgestaltet. Und in der Tat nehme ich mir auch jetzt die Freiheit, hier und da einzugreifen.

mm: Womit darf man Ihnen denn gar nicht kommen?

Klaus-Michael Kühne: Mit aufgesetzten Waschbecken, bei denen man nicht weiß, wo man den Zahnputzbecher abstellen soll.

mm: Was ist mit Bildschirmen im Badezimmerspiegel?

Christine Kühne: Man kann sich doch wohl erst schminken und dann fernsehen, oder? Beides zugleich verwirrt doch nur.

Klaus-Michael Kühne: Das war ein großer Diskussionspunkt. Der Architekt wollte die Bildschirme unbedingt. Genauso wie diese durchsichtigen Wände zwischen Schlafraum und Bad. Das mag ja modern sein, aber wir sind mehr fürs Klassische und Bewährte.

mm: Ihre Architekten scheinen es nicht leicht mit Ihnen zu haben.

Klaus-Michael Kühne: Wie kommen Sie denn darauf? Wir haben uns bislang immer geeinigt.

mm: Wie tief steigen Sie in die Details ein, was lassen Sie sich zeigen?

Christine Kühne: Alles. Michael, sag's, wie es ist.

mm: Haben Sie sich in anderen Hotels etwas abgeguckt? Die besten Pantoffeln, so hört man, soll es in Dubai im "Burj al Arab" geben.

Klaus-Michael Kühne: Kopieren ist nicht mein Stil. Wir beide mögen keine dunklen Ecken. Deshalb gibt es im "Fontenay" kein Zimmer zum Innenhof, alle gehen nach außen. Viel Licht, große Balkone, da haben mich vor allem asiatische Hotels inspiriert.

mm: "Atlantic", "Vier Jahreszeiten", "Louis C. Jacob" - Hamburg ist gut versorgt mit Nobelhotels. Wen haben Sie als Gast im Auge?

Klaus-Michael Kühne: Es werden wohl viele internationale Geschäftsleute darunter sein, die im obersten Segment absteigen wollen.

mm: Wohnen künftig Oligarchen bei Kühnes?

Klaus-Michael Kühne: Möglich. Aber auch arabische Gäste, die mit der Familie nach Hamburg kommen, um sich in der Kardiologie des Universitätsklinikums behandeln zu lassen. Wir richten hier einen medizinischen Bereich für Nachbehandlungen und Kontrollen ein. Solch eine Kooperation gibt es noch nicht in Hamburg.

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