Montag, 16. Juli 2018

Nackt oder nicht nackt? Der Sauna-Knigge für die kalt-heißen Tage

Kann man machen: Finnische Studenten beim Massenschwitzen 2016 in Espoo.

Bevor Sie im Winterurlaub ins Schweißnäpfchen treten: Der kompakte Sauna-Knigge von Stefan Schöllhammer, immerhin Chef des Saunaherstellers Klafs.

Regel Nummer eins: Im Spa sollte man sich einfach genauso benehmen wie im normalen Leben auch. Das klingt einfach, aber viele machen das nicht. Das Erste, was mir oft unangenehm auffällt: Wenn Gäste eine Sauna oder ein Dampfbad betreten - und nicht grüßen. Das ist, als setze sich im Restaurant ein Gast einfach wortlos an einen besetzten Tisch.

Stefan Schöllhammer
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    Stefan Schöllhammer über seinen Spa-Knigge. Der Manager ist Geschäftsführer von Klafs, dem deutschen Marktführer unter den Sauna-, Pool- und Spabauern.

Außerdem gehört sich ein gewisser "Sicherheitsabstand": Wer kann es schon leiden, wenn eine fremde Person ihm zu nahe kommt?

Genauso lästig: Lautes Gerede der Mitsaunierer. Totale Ruhe, wie viele sie im Spa gern hätten, muss auch nicht sein. Ein Spa-Bereich ist kein Kloster, Konversationen sind in der Sauna schon lange kein Tabu mehr. Nicht umsonst werden in vielen Ländern in der Sauna Geschäfte gemacht. Aber auch hier gilt, wie so oft: Die Dosis macht das Gift. Gedämpftes Gespräch: ja; lautes Palaver: nein. Also: Lautstärke reduzieren.

Und dann natürlich: die Kleiderfrage. Ganz nackt? Lieber nicht. Das Publikum in den

Aufnahme aus Hessen 2010: Nackt ist zumindest außerhalb Deutschlands aus der Sauna-Mode.

Spa-Bereichen der Hotels ist zunehmend international, da fällt es sehr unangenehm auf, wenn Gäste komplett unbekleidet sind. Außer in Deutschland und vielleicht noch den Benelux-Staaten, Österreich und der Schweiz ist das nirgendwo mehr üblich. Selbst im Mutterland des Saunierens, Finnland, geht man leicht bekleidet auf die Bretter und im Übrigen auch oft Gender-getrennt.

Mein Tipp: Wenn Sie das ständige Nesteln am umgebundenen Saunahandtuch stört - es gibt sehr bequeme und angenehm luftige Saunakilts für Männer oder Hammam-Tücher; und Saunasarongs für Frauen aus weichem Frotteematerial.

Der letzte, ganz große Nervfaktor: Smartphones. Das ständige Hantieren damit stört die anderen Gäste gewaltig. Das sollten Sie lieber auf dem Zimmer lassen. Fürs Handy wie für Geist und Gedanken gilt im Spa: abschalten!

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