Freitag, 30. September 2016

Innovationen Wandlungswunder deutsche Industrie - auch digital unkaputtbar?

Innovation: Wie sich die deutsche Industrie wandelt
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DPA

Die deutsche Industrie hat es wie keine andere immer wieder geschafft, sich neu zu erfinden. Selbst wenn der technologische Fortschritt woanders stattfand. Sind wir auch im digitalen Zeitalter unkaputtbar?

Wer nach einem Beispiel für die Widerstandsfähigkeit der deutschen Industrie sucht, der wird am Rand des Teutoburger Waldes fündig. Im Gewerbegebiet von Detmold, in der Klingenbergstraße 16, sitzt der Industriezulieferer Weidmüller: gegründet 1850, 4800 Mitarbeiter, 673 Millionen Euro Umsatz.

Die erste Generation der Weidmüllers fertigte noch Trikotagen und Handschuhe. Deren Nachfolger belieferten die Textilindustrie mit manuell gefertigten Druckknöpfen und Reißverschlüssen. Beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte sich der Betrieb dann auf Lüsterklemmen für industrielle Schaltanlagen. Heute produziert die Firma Verbindungsteile (vollautomatisiert, versteht sich), die rund um den Globus Maschinen in Fabriken miteinander vernetzen, deren Daten auslesen und an die Steuerungseinheiten weitergeben.

Und morgen? Sollen berührungslose Komponenten sowohl Energie als auch Daten durch die Luft übertragen.

Unternehmen wie Weidmüller ist es zu verdanken, dass die deutsche Industrie es über Jahrzehnte immer wieder geschafft hat, auch große Basisinnovationen in ihre Produkte zu integrieren, selbst wenn diese technologischen Neuheiten gar nicht hierzulande erfunden wurden, sondern im Silicon Valley. Die Weidmüllers dieser Republik sorgen dafür, dass die deutsche Wirtschaft bis heute auf einem breiten und gesunden industriellen Fundament steht, eines, das bei hochentwickelten Volkswirtschaften seinesgleichen sucht.

Die Wandlungsfähigkeit ihrer Unternehmen hat es der deutschen Industrie erlaubt, ihr Sortiment ständig neu zu veredeln und zu Premiumpreisen in alle Welt zu exportieren. Kaum eine Industrienation hat die Globalisierung in den vergangenen Jahrzehnten entschiedener vorangetrieben als die deutsche.

Am Standort D haben sich in großem Maßstab Branchen erhalten, die mehr als 100 Jahre alt und anderswo längst ausgestorben sind. Während einst ruhmreiche europäische Automarken wie Fiat Chrysler Automobiles Börsen-Chart zeigen, Lancia, Renault Börsen-Chart zeigen, Peugeot Börsen-Chart zeigen oder Citroën ums Überleben kämpfen, sind die deutschen Hersteller allesamt wohlauf, weil Premium. Und auch die heimischen Chemiekonzerne gelten international nach wie vor als höchst wettbewerbsfähig.

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