Dienstag, 17. Juli 2018

Oldtimer als Geldanlage Schnäppchen-Lamborghini mit Fließheck

Lamborghini Espada Serie I (1969): Aufholjagd auf verwandte Modelle

Exotische italienische Traumautos sind derzeit günstig - besonders die Viersitzer.

Bei den Oldtimerversteigerungen am Rande der Pariser Messe Rétromobile gab es im Februar verdutzte Gesichter: Während die Käufer für Vorkriegsfahrzeuge deutlich mehr boten als die Schätzwerte (nach Jahren des Preisverfalls für die mehr als 75 Jahre alten Klassiker), liefen die Auktionen ansonsten enttäuschend. Der Gesamtumsatz bei Artcurial, RM Sotheby's und Bonhams sank im Vergleich zum Boomjahr 2015 um 18 Prozent. Vor allem die Spitzenlose hatten es schwer. Artcurial musste sein Prunkstück, den auf 20 Millionen Euro geschätzten Ferrari 275 P aus dem Jahr 1963 (ein Le-Mans-Sieg), sogar aus der Auktion nehmen.

Bruno von Rotz
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    Bruno von Rotz ist Chefredakteur von "Zwischengas", dem Onlinearchiv für Oldtimer. Der Ex-Berater machte seine Passion zum Beruf.

Die Zeiten zweistelliger jährlicher Wertsteigerungen bei Oldtimern sind erst einmal vorbei. Der Preisrutsch bietet jedoch die Chance einzusteigen. Fahrzeuge mit Potenzial gibt es auch zu bezahlbaren Konditionen, es muss ja nicht gleich ein Ferrari mit Le-Mans-Einsatz sein.

Der Lamborghini Espada ist so ein Gefährt. Insgesamt wurden von 1968 bis 1978 gerade einmal 1224 dieser viersitzigen Coupés gebaut. Für das Design war Marcello Gandini verantwortlich. Der entwarf auch den zweisitzigen Lamborghini Miura, der seinerzeit ebenso teuer war wie der Espada.

Heute werden für den (deutlich selteneren) Miura mitunter mehr als 2 Millionen Euro bezahlt, während die vier in Paris versteigerten Espadas im Schnitt nur auf 120.000 Euro einschließlich Auktionsgebühren kamen. Dabei sind viersitzige Coupés aktuell bei Neuwagenkäufern durchaus "en vogue", was mittelfristig auch den Wert des Espadas treiben dürfte.

Ein ähnliches Kurspotenzial steckt im Maserati Indy. Der ist ebenfalls um ein Vielfaches günstiger als sein Bruder Ghibli, obwohl die Technik in weiten Teilen übereinstimmt. Der Indy hat einfach zwei Sitze mehr.

Wer italienische Exoten kauft, sollte stets auf einen guten Zustand achten. Größere Reparaturen können ruinös sein. Und selbst wenn die Wagen wenig gefahren werden, sind die jährlich nötigen Pflegearbeiten auch bei exzellent erhaltenen Exemplaren sehr teuer.

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