Samstag, 21. April 2018

Lohnt die Aktie von Grand-Theft-Auto-Hersteller Take 2? Nervenkitzel für Anleger

Einträglich: Das Video-Spiel "Grand Theft Auto 4" von Take 2.

Der Spielehersteller Take 2 taugt für Anleger genauso wie für Zocker.

Die besten Ideen sind oft Börsenklassiker. Und zwar solche, die gerade Probleme haben. Interessant ist nicht die Firma selbst, sondern die Konkurrenz, die den Riesen bedrängt.

Georg von Wallwitz
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    Georg von Wallwitz ist Vermögens-verwalter, Fondsmanager und Buchautor. Besonderes Kennzeichen: sein ausgesprochen scharfer Blick für das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen.

Disney ist so ein Fall. Die Erträge der Kabelkanäle sinken, weil Netflix und Amazon den heutigen Sehgewohnheiten deutlich näher sind. Kids spielen vor der Glotze, statt sich berieseln zu lassen. Mit 91 Milliarden Dollar machen die Spieleproduzenten einen doppelt so hohen Umsatz wie die Filmindustrie an den Kinokassen. Blockbuster werden häufiger entlang der Storyline eines Spiels gedreht als umgekehrt. Darauf hat Disney keine Antwort.

Take-Two Interactive (Take 2) gehört zu den stärksten Angreifern. Der Dauerhit "Grand Theft Auto" ist seit 20 Jahren auf dem Markt - dennoch verkaufte sich die aktuelle Version rund 80 Millionen Mal. Dazu kommen Bestseller wie "Borderlands" und das Spiel zur US-Basketballprofiliga: "NBA 2K".

Früher wurde nur verdient, wenn das Spiel über die Ladentheke ging. Heute gibt es Abos (für regelmäßige Spielerweiterungen) und Pay-to-win-Pakete (um sich mit echtem Geld Vorteile im Spiel zu verschaffen). Das hat die Einnahmen verstetigt und erheblich gesteigert. Take 2 bildet die komplette Wertschöpfungskette ab, produziert Titel und vermarktet sie zunehmend online - was die Margen hebt, weil Zwischenhändler ausgeschaltet werden. 2019 sollen sich die Gewinne von 2,2 auf 4,3 Dollar je Aktie fast verdoppeln, sagen die Analysten.

Das Papier notiert beim 23-Fachen des geschätzten Gewinns 2018. Nicht billig, aber Take 2 ist ja schließlich Nervenkitzel.

© manager magazin 11/2017
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